Gesundheit 4. März 2026 · 4 Min. Lesezeit

Verschleimt Milch wirklich? Mythos und Wissenschaft

Kaum ein Ernährungsmythos hält sich so hartnäckig wie die Behauptung, Milch fördere die Schleimbildung in den Atemwegen. Besonders bei Erkältungen wird deshalb oft von Milch abgeraten. Doch was sagt die Wissenschaft dazu – und warum hilft heiße Milch mit Honig trotzdem?

Verschleimt Milch wirklich? Mythos und Wissenschaft
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Die Inhalte ersetzen keine professionelle Ernährungsberatung, ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen wende dich bitte an eine qualifizierte Fachperson.

Der Mythos: Milch bildet Schleim

Die Vorstellung, dass Milch die Schleimproduktion anregt, ist weit verbreitet und wird seit Generationen weitergegeben. Viele Menschen berichten, dass sie nach dem Trinken von Milch ein «schleimiges» Gefühl im Mund und Rachen verspüren. Daraus entstand die Annahme, Milch fördere die Bildung von Schleim in den Atemwegen – besonders problematisch bei Erkältungen, Asthma oder Bronchitis.

Doch dieses subjektive Empfinden hat eine einfache Erklärung: Milch bildet im Mund eine leicht cremige Emulsion, die sich an den Schleimhäuten absetzt und als dickflüssiger wahrgenommen wird. Dieser Effekt hat jedoch nichts mit tatsächlicher Schleimproduktion in den Bronchien oder Nebenhöhlen zu tun.

Was die Wissenschaft sagt

Mehrere kontrollierte Studien haben den Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Schleimbildung untersucht – mit eindeutigem Ergebnis: Vollmilch verursacht keine vermehrte Schleimproduktion.

In einer vielzitierten australischen Studie wurden Probanden mit Rhinoviren infiziert und anschließend in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe trank regelmäßig Milch, die andere nicht. Die gemessene Schleimmenge unterschied sich zwischen beiden Gruppen nicht signifikant. Allerdings berichteten jene Teilnehmer, die ohnehin an die Verschleimungstheorie glaubten, häufiger über ein subjektives Schleimgefühl – ein klassischer Nocebo-Effekt.

Weitere Untersuchungen bestätigten dieses Bild. Die European Respiratory Society und andere Fachgesellschaften sehen keinen wissenschaftlichen Grund, bei Atemwegserkrankungen auf Milch zu verzichten.

Heiße Milch mit Honig – warum sie trotzdem hilft

Das traditionelle Hausmittel «heiße Milch mit Honig» bei Erkältungen hat durchaus seine Berechtigung – allerdings nicht wegen der Milch, sondern vor allem wegen des Honigs. Honig besitzt nachgewiesene antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Studien zeigen, dass Honig bei Husten ähnlich wirksam sein kann wie manche rezeptfreie Hustenmittel.

Die warme Milch dient dabei als angenehmer Träger: Die Wärme beruhigt den gereizten Rachen, und die cremige Konsistenz legt sich schützend über die gereizte Schleimhaut. Das Ritual selbst – sich mit einem warmen Getränk hinzusetzen – hat zudem einen nicht zu unterschätzenden Wohlfühleffekt, der die Genesung positiv beeinflussen kann.

Honig sollte Kindern unter einem Jahr nicht gegeben werden, da er Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten kann, die für Säuglinge gefährlich sind.

Calcium aus Milch – schwer zu ersetzen

Milch und Milchprodukte gehören zu den wichtigsten Calciumquellen in der mitteleuropäischen Ernährung. Ein Glas Milch (250 ml) liefert rund 300 Milligramm Calcium – das ist bereits ein Drittel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.

Wer Milch aus der Ernährung streicht, muss dieses Calcium aus anderen Quellen beziehen. Pflanzliche Alternativen wie Brokkoli, Grünkohl oder Sesam enthalten zwar ebenfalls Calcium, doch die Bioverfügbarkeit ist oft geringer, und es müssten deutlich größere Mengen verzehrt werden. Viele pflanzliche Milchalternativen sind deshalb mit Calcium angereichert – ein Zeichen dafür, dass der Nährstoff ohne Milchprodukte nicht selbstverständlich ausreichend aufgenommen wird.

Calcium und Magnesium – ein wichtiges Duo

Calcium arbeitet im Körper eng mit Magnesium zusammen. Beide Mineralstoffe sind entscheidend für die Knochendichte, die Zahnstruktur und zahlreiche weitere Körperfunktionen. Calcium ist unverzichtbar für die Muskelkontraktion, die Blutgerinnung und die Signalübertragung zwischen Nervenzellen. Magnesium wiederum reguliert die Calciumaufnahme und sorgt dafür, dass sich die Muskeln nach der Anspannung wieder entspannen.

Ein Ungleichgewicht zwischen beiden Mineralstoffen kann zu Problemen führen: Zu viel Calcium ohne ausreichend Magnesium kann beispielsweise Muskelkrämpfe begünstigen. Eine ausgewogene Ernährung, die sowohl Milchprodukte als auch magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte enthält, ist daher ideal.

Nein. Wissenschaftliche Studien haben eindeutig gezeigt, dass Milch keine vermehrte Schleimproduktion in den Atemwegen verursacht. Das schleimige Gefühl im Mund nach dem Milchtrinken entsteht durch die Emulsion, hat aber nichts mit tatsächlicher Verschleimung zu tun.
Ja. Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, bei Erkältungen auf Milch zu verzichten. Warme Milch mit Honig kann sogar wohltuend wirken, wobei die positiven Effekte hauptsächlich vom Honig und der Wärme ausgehen.
Grundsätzlich ja, aber es erfordert mehr Aufmerksamkeit. Pflanzliche Calciumquellen wie Grünkohl, Brokkoli oder Sesam haben oft eine geringere Bioverfügbarkeit. Angereicherte Pflanzenmilch und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel können helfen, den Bedarf zu decken.

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