Warum ausgerechnet Walnussmilch?
Unter den zahlreichen Pflanzendrinks ist Walnussmilch ein echter Geheimtipp. In den meisten Supermärkten sucht man sie vergeblich – sie gilt noch immer als exotische Variante. Dabei haben Walnüsse ernährungsphysiologisch einiges zu bieten und verleihen der selbstgemachten Milch einen unverwechselbar cremigen, nussigen Charakter, der deutlich voller schmeckt als dünnere Alternativen wie Reis- oder Mandelmilch.
Nährstoffprofil der Walnuss
Walnüsse gehören zu den nährstoffreichsten Nüssen überhaupt. Ihr herausragendes Merkmal ist der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Alpha-Linolensäure (ALA). Diese essenzielle Fettsäure spielt eine wichtige Rolle für die Gehirnentwicklung und die kognitive Leistungsfähigkeit. Nicht umsonst erinnert die Form der Walnuss an ein menschliches Gehirn.
Darüber hinaus liefern Walnüsse ein breites Spektrum an Mineralstoffen und Vitaminen:
- Mineralstoffe: Magnesium, Phosphat, Schwefel, Eisen, Kalium und Kalzium
- Vitamine: Vitamin A, Vitamin E, Vitamin C sowie B-Vitamine (B1, B2, B3, B6) und Pantothensäure
- Gesunde Fette: Hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Omega-3
Ein Teil dieser Nährstoffe geht beim Abseihen zwar in den Trester über, doch die wasserlöslichen Vitamine, Mineralstoffe und ein beachtlicher Anteil der gesunden Fette landen in der fertigen Milch.
Zutaten für 750 ml Walnussmilch
- 200 g Walnusskerne (am besten helle, ungeröstete Hälften)
- 750 ml bis 1 Liter kaltes Wasser (je nach gewünschter Cremigkeit)
- 1 Prise Salz
- Optional: 2 Medjool-Datteln oder 1 EL Ahornsirup zum Süßen
- Optional: 1/2 TL Vanilleextrakt oder das Mark einer halben Vanilleschote
Benötigte Hilfsmittel: Ein leistungsstarker Standmixer, ein Nussmilchbeutel (ersatzweise ein sauberes, feinmaschiges Geschirrtuch oder Passiertuch), eine große Schüssel und eine Glasflasche oder ein Schraubglas zur Aufbewahrung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Walnüsse einweichen: Die Walnusskerne in eine Schüssel geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken. Mindestens 4 Stunden, idealerweise über Nacht einweichen lassen. Durch das Einweichen werden die Nüsse weicher, der Mixer hat weniger Arbeit und die Milch wird cremiger. Außerdem werden Phytinsäure und Tannine teilweise abgebaut, was die Bekömmlichkeit verbessert.
- Einweichwasser abgießen: Die eingeweichten Walnüsse in ein Sieb geben und gründlich unter fließendem Wasser abspülen. Das Einweichwasser enthält Gerbstoffe und schmeckt bitter – es sollte keinesfalls weiterverwendet werden.
- Mixen: Die abgespülten Walnüsse zusammen mit 750 ml bis 1 Liter frischem, kaltem Wasser in den Mixer geben. Eine Prise Salz hinzufügen. Auf höchster Stufe 60 bis 90 Sekunden mixen, bis eine gleichmäßig weiße, schaumige Flüssigkeit entsteht. Wer süßen möchte, gibt jetzt die Datteln oder den Ahornsirup hinzu und mixt nochmals kurz durch.
- Abseihen: Den Nussmilchbeutel über eine große Schüssel hängen und die Mischung langsam hindurchgießen. Den Beutel anschließend fest zusammendrehen und gründlich ausdrücken, um möglichst viel Flüssigkeit zu gewinnen. Es bleiben etwa 3 bis 4 Esslöffel feuchter Nusstrester übrig.
- Abfüllen und kühlen: Die fertige Walnussmilch in eine saubere Glasflasche oder ein Schraubglas füllen und sofort im Kühlschrank aufbewahren.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Selbstgemachte Walnussmilch hält sich im Kühlschrank 3 bis 5 Tage. Da sie keinerlei Konservierungsstoffe oder Stabilisatoren enthält, setzt sich die Milch nach einiger Zeit ab und die festen Bestandteile sinken nach unten. Das ist völlig normal – vor dem Verwenden einfach kräftig schütteln, dann verbindet sich alles wieder zu einer gleichmäßigen Konsistenz.
Wenn die Milch säuerlich riecht oder ungewöhnlich schmeckt, ist sie nicht mehr genießbar. Da keine Konservierungsmittel enthalten sind, lieber auf Nummer sicher gehen und bei Zweifeln eine frische Portion zubereiten.
Variationen und Geschmacksideen
- Schoko-Walnussmilch: 1 EL Kakaopulver und 2 Datteln beim Mixen hinzufügen – ergibt eine wunderbar aromatische Trinkschokolade.
- Chai-Walnussmilch: 1/2 TL Zimt, 1/4 TL Kardamom und eine Prise Ingwerpulver untermixen. Perfekt für kalte Tage.
- Walnuss-Bananen-Milch: Eine reife Banane mit in den Mixer geben. Die Milch wird natürlich süß und besonders cremig, ist dann allerdings nur noch 1 bis 2 Tage haltbar.
- Herzhaft: Ohne Süßungsmittel und mit etwas mehr Salz eignet sich Walnussmilch als cremige Basis für Suppen und Saucen.
Wofür eignet sich Walnussmilch besonders?
Dank ihres kräftigen, nussigen Aromas und der cremigen Textur ist Walnussmilch vielseitig einsetzbar:
- Im Kaffee: schäumt zwar weniger als Hafermilch, bringt aber ein herrliches Nussaroma mit
- Im Porridge oder Overnight Oats: die nussige Note harmoniert perfekt mit Haferflocken und Früchten
- Zum Backen: ersetzt Kuhmilch im Verhältnis 1:1 in den meisten Rezepten
- In Smoothies: sorgt für angenehme Cremigkeit und liefert gesunde Fette
- Pur als Drink: leicht gesüßt ein wohlschmeckender Genuss, der auch Kinder begeistert
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