Nährwerte pro 100 ml (ca. Angaben)
| Nährstoff | Menge (ca.) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 36 kcal |
| Protein | ca. 3,5 g |
| Fett | ca. 0,5 g |
| Kohlenhydrate | ca. 4,0 g |
| Calcium | ca. 110 mg |
Alle Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Produkt, Hersteller und Herkunft abweichen.
Herstellung – wie Buttermilch als Nebenprodukt der Butter entsteht
Buttermilch entsteht als natürliches Nebenprodukt bei der Butterherstellung. Wenn Rahm (Sahne) so lange geschlagen oder geknetet wird, bis sich die Fettkügelchen zu Butter zusammenballen, bleibt eine milchig-weiße Flüssigkeit zurück – die Buttermilch. Dieser Vorgang wird als «Butterung» bezeichnet und ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der Milchverarbeitung.
Im traditionellen Verfahren wurde gesäuerte Sahne verbutttert, wodurch die Buttermilch ihren charakteristisch leicht säuerlichen Geschmack erhielt. In der modernen Molkereiproduktion wird pasteurisierte Magermilch oder entrahmte Milch nachträglich mit Milchsäurebakterien versetzt, um den typischen Geschmack und die gewünschte Konsistenz zu erzeugen. Die zugesetzten Bakterienkulturen – häufig Lactococcus lactis oder Leuconostoc mesenteroides – fermentieren den Milchzucker zu Milchsäure und senken so den pH-Wert, was der Buttermilch ihre angenehme Frische verleiht.
Reine Buttermilch vs. normale Buttermilch – der wichtige Unterschied
Im Supermarkt findet man zwei Bezeichnungen, die sich deutlich unterscheiden:
Reine Buttermilch ist das ursprüngliche Produkt ohne jegliche Zusätze. Sie enthält ausschließlich die Flüssigkeit, die bei der Butterherstellung anfällt, und darf weder mit Wasser verdünnt noch mit Magermilchpulver angereichert werden. Reine Buttermilch hat einen besonders authentischen, mild-säuerlichen Geschmack und eine etwas dickflüssigere Konsistenz.
Buttermilch (ohne den Zusatz «rein») darf laut Milcherzeugnisverordnung bis zu 10 % Wasser oder bis zu 15 % Magermilch bzw. Milchpulver zugesetzt werden. Sie schmeckt dadurch oft etwas milder und dünnflüssiger als die reine Variante.
Wer besonderen Wert auf ein naturbelassenes Produkt legt, sollte beim Kauf gezielt zur Reinen Buttermilch greifen und die Zutatenliste prüfen. Beide Varianten enthalten maximal 1 % Fett.
Nährwerte und Inhaltsstoffe pro 100 ml
Buttermilch überzeugt mit einem beeindruckend niedrigen Kaloriengehalt bei gleichzeitig hoher Nährstoffdichte. Pro 100 ml liefert sie nur rund 36 kcal – weniger als die Hälfte von Vollmilch. Der Fettgehalt liegt bei maximal 1 %, in der Praxis meist sogar unter 0,5 %. Gleichzeitig enthält Buttermilch etwa 3,5 g hochwertiges Eiweiß pro 100 ml, das alle essenziellen Aminosäuren umfasst.
Besonders hervorzuheben ist der Mineralstoffgehalt: Rund 110 mg Calcium pro 100 ml decken bereits einen bedeutenden Teil des Tagesbedarfs. Ein halber Liter Buttermilch liefert somit etwa 50 % der empfohlenen täglichen Calciumzufuhr für Erwachsene. Daneben enthält Buttermilch nennenswerte Mengen an Kalium, Phosphor und Magnesium.
Das Vitaminprofil umfasst die Vitamine A, C, D und K sowie einen besonders hohen Anteil an B-Vitaminen, insbesondere Riboflavin (B2) und Cobalamin (B12). Da der Fettgehalt sehr gering ist, sind die fettlöslichen Vitamine A, D und K allerdings in deutlich niedrigeren Mengen vorhanden als in Vollmilch.
Gesundheitliche Vorteile – warum Buttermilch so gesund ist
Probiotische Wirkung: Buttermilch enthält lebende Milchsäurebakterien, die den Darm auf natürliche Weise besiedeln und das Gleichgewicht der Darmflora unterstützen. Eine gesunde Darmflora stärkt das Immunsystem, verbessert die Verdauung und kann die Aufnahme von Nährstoffen fördern. Insbesondere nach einer Antibiotika-Therapie kann Buttermilch dazu beitragen, die geschädigten Bakterienkulturen im Darm wieder aufzubauen.
Kalorienarm und sättigend: Mit nur rund 36 kcal pro 100 ml ist Buttermilch ideal für eine figurbewusste Ernährung. Trotz des niedrigen Kaloriengehalts sättigt sie gut, da das enthaltene Eiweiß und die leicht dickliche Konsistenz ein angenehmes Sättigungsgefühl erzeugen. Ein großes Glas Buttermilch (250 ml) hat weniger als 100 kcal und kann einen Snack ersetzen.
Knochen und Zähne: Der hohe Calciumgehalt macht Buttermilch zu einem wertvollen Beitrag für die Knochengesundheit. In Kombination mit dem enthaltenen Phosphor wird der Calciumeinbau in die Knochensubstanz besonders effektiv unterstützt.
Hautpflege: Bereits in der Antike wurde Buttermilch als Schönheitsmittel geschätzt. Die enthaltene Milchsäure wirkt als sanftes natürliches Peeling und kann den Teint verfeinern. Ein Buttermilchbad beruhigt gereizte Haut und spendet Feuchtigkeit. Bei leichtem Sonnenbrand können Umschläge mit kühler Buttermilch lindernd wirken.
Verwendung in der Küche
Buttermilch ist weit mehr als nur ein Erfrischungsgetränk. In der Küche entfaltet sie ihr volles Potenzial als vielseitige Zutat:
Backen: Buttermilch ist ein Geheimtipp beim Backen. In Kombination mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) reagiert die Milchsäure als Triebmittel und sorgt für besonders lockere, saftige Teige. Klassische Rezepte wie amerikanische Pancakes, Irish Soda Bread und Scones gelingen mit Buttermilch deutlich luftiger als mit normaler Milch. Auch Kuchen und Muffins profitieren von der zarten Säure, die den Geschmack abrundet.
Kochen: Als Basis für cremige Salatdressings wie Ranch oder Buttermilch-Dill-Dressing ist sie unübertroffen kalorienarm. In der indischen Küche wird Buttermilch als «Chaas» gewürzt mit Kreuzkümmel, Ingwer und frischen Kräutern als Verdauungsgetränk serviert. Auch kalte Suppen wie Buttermilchsuppe mit Graupen sind in Norddeutschland und Skandinavien traditionelle Sommergerichte.
Pur trinken: Gut gekühlt ist Buttermilch ein erfrischendes, sättigendes Getränk – pur oder mit frischen Früchten als Smoothie-Basis. Im Handel gibt es zahlreiche Geschmacksrichtungen wie Zitrone, Erdbeere oder Multivitamin, wobei diese oft zugesetzten Zucker enthalten.
Marinaden: Buttermilch eignet sich hervorragend als Fleischmarinade. Die Milchsäure macht das Fleisch zart, ohne den Eigengeschmack zu überdecken. Besonders bei Hähnchen ist eine Buttermilch-Marinade über Nacht ein bewährter Trick für saftiges, zartes Ergebnis.
Lagerung und Haltbarkeit
Buttermilch muss stets gekühlt bei Temperaturen zwischen 2 und 8 °C aufbewahrt werden. Ungeöffnet ist sie bis zum aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar, das in der Regel 2 bis 3 Wochen nach der Herstellung liegt.
Nach dem Öffnen sollte Buttermilch innerhalb von 3 bis 5 Tagen verbraucht werden. Dabei ist darauf zu achten, die Packung nach jeder Entnahme wieder gut zu verschließen und keine Fremdkeime einzutragen – also nicht direkt aus der Packung trinken.
Ob Buttermilch noch genießbar ist, erkennt man am Geruch und Geschmack: Leicht säuerlich ist normal, ein stechend unangenehmer Geruch oder bitterer Geschmack deutet dagegen auf Verderb hin. Klumpenbildung oder Schimmel auf der Oberfläche sind ebenfalls klare Anzeichen, dass die Buttermilch entsorgt werden sollte.
Buttermilch lässt sich auch einfrieren, etwa in Eiswürfelformen portioniert. Aufgetaute Buttermilch eignet sich allerdings besser zum Backen und Kochen als zum direkten Trinken, da sich die Konsistenz durch das Einfrieren leicht verändert.
- Gekühlt lagern bei 2–8 °C
- Ungeöffnet bis zum MHD haltbar (ca. 2–3 Wochen)
- Nach dem Öffnen innerhalb von 3–5 Tagen verbrauchen
- Einfrieren möglich – aufgetaut ideal zum Backen und Kochen
- Bei stechendem Geruch, bitterem Geschmack oder Schimmel sofort entsorgen