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Hafermilch – Was kann der vegane Milchersatz aus Hafer?

Hafermilch – offiziell als Haferdrink bezeichnet – hat sich in den letzten Jahren zum beliebtesten pflanzlichen Milchersatz in Deutschland entwickelt. Der mild-süßliche Geschmack, die gute Verträglichkeit und der günstige Preis machen den Haferdrink zu einer echten Alternative für alle, die auf tierische Milch verzichten möchten. Doch wie wird Hafermilch hergestellt, welche Nährstoffe stecken drin – und für wen ist sie nicht geeignet?

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Nährwerte pro 100 ml (ca. Angaben)

Nährstoff Menge (ca.)
Kalorien 45 kcal
Protein 1,0 g
Fett 1,2 g
Kohlenhydrate 6,7 g
Calcium 8 mg *

Alle Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Produkt, Hersteller und Herkunft abweichen.

Herstellung

Die Herstellung von Hafermilch folgt einem vergleichsweise einfachen Verfahren. Zunächst werden Haferkörner geschält und anschließend mit Wasser vermischt. Diese Mischung wird fein gemahlen, sodass die Nährstoffe aus dem Hafer ins Wasser übergehen. Im letzten Schritt werden die festen Bestandteile – also die Haferschalen und unlöslichen Fasern – herausgefiltert. Zurück bleibt ein milchig-weißer, leicht cremiger Pflanzendrink.

In der industriellen Produktion kommt häufig ein zusätzlicher Schritt hinzu: Enzyme (Amylasen) spalten die Haferstärke in Einfach- und Zweifachzucker auf. Dieser Prozess verleiht der Hafermilch ihre charakteristische natürliche Süße – selbst ohne zugesetzten Zucker. Viele Hersteller fügen außerdem Pflanzenöl (meist Sonnenblumen- oder Rapsöl) für eine cremigere Konsistenz sowie Calcium und Vitamine hinzu.

Pflanzliche Milchersatzprodukte waren bis 1990 in Deutschland verboten, um die Milchwirtschaft zu schützen. Erst mit der Aufhebung dieses Verbots konnten Produkte wie Hafermilch in den freien Handel gelangen. Heute gehören sie selbstverständlich zum Sortiment jedes Supermarkts.

Nährwerte & Inhaltsstoffe

Hafermilch enthält pro 100 ml rund 45 Kilokalorien, etwa 1,0 g Eiweiß, 1,2 g Fett und 6,7 g Kohlenhydrate. Im Vergleich zu Kuhmilch (ca. 64 kcal, 3,3 g Protein pro 100 ml) ist der Kaloriengehalt etwas niedriger, der Eiweißgehalt allerdings deutlich geringer.

Hafermilch ist von Natur aus laktosefrei, enthält kein Milcheiweiß und ist cholesterinfrei – drei Eigenschaften, die sie für viele Menschen mit Unverträglichkeiten oder bewusster Ernährung attraktiv machen.

Ein besonderer Inhaltsstoff der Hafermilch ist Beta-Glucan, ein löslicher Ballaststoff, der typisch für Hafer ist. Beta-Glucan fördert die Verdauung, unterstützt das Sättigungsgefühl und kann nachweislich den Cholesterinspiegel senken. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen entsprechenden Health Claim bei einer täglichen Aufnahme von mindestens 3 g Beta-Glucan anerkannt.

Wichtig: Der natürliche Calciumgehalt von Hafermilch ist mit nur etwa 8 mg pro 100 ml sehr niedrig. Die meisten Hersteller reichern ihre Produkte daher mit Calcium an – typischerweise auf etwa 120 mg pro 100 ml, um den Wert von Kuhmilch anzunähern. Wer auf Calcium achten muss, sollte unbedingt die Verpackung prüfen. Auch der Proteingehalt ist mit 1,0 g pro 100 ml kein nennenswerter Eiweißlieferant.

Geschmack & Verwendung

Hafermilch schmeckt von Natur aus leicht süßlich und getreidig – ein Geschmack, den die meisten Menschen als angenehm und mild empfinden. Diese natürliche Süße entsteht durch die enzymatische Aufspaltung der Haferstärke bei der Herstellung und macht die Hafermilch auch ohne zugesetzten Zucker zu einem wohlschmeckenden Getränk.

In der Küche ist Hafermilch äußerst vielseitig einsetzbar. Sie eignet sich hervorragend zum Kochen und Backen, wobei sie Kuhmilch in den meisten Rezepten problemlos 1:1 ersetzen kann. Für Saucen, Suppen, Pfannkuchen und Kartoffelpüree liefert sie gute Ergebnisse. Beim Backen verleiht sie dem Teig eine dezente Getreidenote.

Für Kaffeetrinker ist Hafermilch besonders interessant: Sie lässt sich aufschäumen, allerdings hält der Schaum nicht so lange wie bei Kuhmilch und fällt relativ schnell wieder zusammen. Spezielle Barista-Varianten mit etwas mehr Fett und zugesetzten Stabilisatoren bieten hier deutlich bessere Ergebnisse und einen stabileren, cremigeren Schaum.

Vorteile & Nachteile

Häufige Fragen

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Ja, Hafermilch ist zu 100 % pflanzlich und damit vegan. Sie wird ausschließlich aus Hafer und Wasser hergestellt, ohne jegliche tierische Bestandteile. Manche Hersteller fügen Pflanzenöle, Salz oder Vitamine hinzu – auch diese Zusätze sind pflanzlichen Ursprungs.
Nein, Hafermilch ist kein Milchprodukt im rechtlichen Sinne. Der Begriff «Milch» ist in der EU tierischen Erzeugnissen vorbehalten (EuGH-Urteil von 2017). Pflanzliche Alternativen müssen als «Drink» oder «Getränk» gekennzeichnet werden. Im Alltag hat sich der Begriff «Hafermilch» dennoch durchgesetzt.
Nein, Hafermilch ist in der Regel nicht glutenfrei und daher für Menschen mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) nicht geeignet. Hafer enthält zwar kein Weizen-Gluten im engeren Sinne, aber das verwandte Protein Avenin, das bei vielen Zöliakie-Betroffenen ebenfalls Reaktionen auslöst. Zudem besteht bei der Verarbeitung häufig Kreuzkontaminationsgefahr mit glutenhaltigem Getreide. Wer eine Glutenunverträglichkeit hat, sollte auf andere pflanzliche Alternativen wie Mandel-, Soja- oder Reisdrink ausweichen.
Ja, die Herstellung ist denkbar einfach: Haferflocken mit Wasser vermischen, fein mixen und durch ein Tuch oder einen Nussmilchbeutel abseihen. Ein gängiges Verhältnis ist 80–100 g Haferflocken auf 1 Liter kaltes Wasser. Wichtig: Kaltes Wasser verwenden und nicht zu lange mixen, sonst wird der Drink schleimig. Selbstgemachte Hafermilch hält im Kühlschrank 2–3 Tage, enthält allerdings keine zugesetzten Vitamine oder Calcium.
Hafer ist ein heimisches Getreide, das in Deutschland und ganz Nordeuropa großflächig angebaut wird. Die Rohstoffkosten sind deutlich geringer als bei importierten Nüssen wie Mandeln oder Cashews. Zudem sind die Ernteerträge pro Hektar bei Hafer wesentlich höher. Diese Kostenvorteile spiegeln sich im Endpreis wider – ein Liter Hafermilch ist im Supermarkt oft schon ab 0,99 € erhältlich.

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