Nährwerte pro 100 ml (ca. Angaben)
| Nährstoff | Menge (ca.) |
|---|---|
| Kalorien | 25 kcal |
| Protein | 0,5 g |
| Fett | 1,2 g |
| Kohlenhydrate | 3,0 g |
| Calcium | 20 mg |
Alle Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Produkt, Hersteller und Herkunft abweichen.
Herstellung
Die Herstellung von Leinsamenmilch beginnt mit ganzen oder geschroteten Leinsamen, die für mehrere Stunden in Wasser eingeweicht werden. Durch das Einweichen quellen die Samen auf und setzen ihre charakteristischen Schleimstoffe frei – gelförmige Polysaccharide, die der Leinsamenmilch ihre leicht sämige Konsistenz verleihen. Anschließend werden die eingeweichten Samen zusammen mit frischem Wasser in einem Hochleistungsmixer fein püriert.
Die entstandene Masse wird durch ein feines Tuch oder Sieb gefiltert, um die festen Schalenreste von der Flüssigkeit zu trennen. Je nach gewünschter Konsistenz kann das Mischungsverhältnis von Leinsamen zu Wasser variiert werden – üblich sind etwa 30–50 g Leinsamen auf einen Liter Wasser.
In der industriellen Produktion werden zusätzlich Emulgatoren, Stabilisatoren und häufig Calcium, Vitamin D und Vitamin B12 zugesetzt. Das Produkt wird anschließend pasteurisiert oder ultrahocherhitzt und aseptisch abgefüllt. Einige Hersteller kombinieren Leinsamen mit anderen Zutaten wie Erbsenprotein oder Hafer, um den Proteingehalt zu erhöhen.
Leinsamenmilch lässt sich auch sehr einfach zu Hause herstellen – sie gehört zu den unkompliziertesten Pflanzendrinks für die Eigenproduktion. Da Leinsamen nicht eingeweicht werden müssen (das Einweichen verbessert jedoch die Konsistenz), kann ein einfacher Leinsamendrink in wenigen Minuten zubereitet werden.
Nährwerte & Inhaltsstoffe
Leinsamenmilch ist mit rund 25 kcal pro 100 ml eine der kalorienärmsten pflanzlichen Milchalternativen. Sie enthält etwa 0,5 g Protein, 1,2 g Fett und 3,0 g Kohlenhydrate pro 100 ml. Der Proteingehalt ist damit deutlich niedriger als bei Soja- oder Lupinenmilch – die wahren Stärken der Leinsamenmilch liegen in anderen Bereichen.
Die herausragendste Eigenschaft der Leinsamen ist ihr außergewöhnlicher Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Leinsamen bestehen zu etwa 40 % aus Fett, wovon rund 55 % auf die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) entfallen. ALA ist eine essenzielle Fettsäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die als Vorstufe für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA dient. Obwohl durch die Verdünnung mit Wasser in der fertigen Leinsamenmilch nur noch ein Teil dieser Fettsäuren ankommt, ist der Omega-3-Gehalt im Vergleich zu anderen Pflanzendrinks dennoch bemerkenswert.
Leinsamen enthalten zudem beeindruckende 39 g Ballaststoffe pro 100 g – sowohl lösliche als auch unlösliche. Die löslichen Ballaststoffe (Schleimstoffe) bilden ein Gel, das die Verdauung reguliert und präbiotisch wirken kann. In der fertigen Milch sind diese Ballaststoffe in geringerer Konzentration vorhanden, ein Teil geht beim Filtern verloren.
Darüber hinaus sind Leinsamen eine hervorragende Quelle für Lignane – sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen Eigenschaften. Leinsamen enthalten bis zu 800-mal mehr Lignane als andere pflanzliche Lebensmittel. Auch der Gehalt an Vitamin B1, Magnesium, Phosphor und Mangan in den Samen ist beachtlich, wobei ein Teil dieser Nährstoffe beim Filtern im Trester verbleibt.
Geschmack & Verwendung in der Küche
Leinsamenmilch hat einen charakteristischen nussigen Geschmack mit einer leichten Bitternote, die je nach Herstellung und Leinsamen-Sorte unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Goldene Leinsamen ergeben in der Regel einen milderen Geschmack als die dunkelbraunen Sorten. Viele Menschen empfinden den Geschmack als erdig und angenehm, andere müssen sich erst daran gewöhnen.
In der Küche eignet sich Leinsamenmilch besonders gut für Müsli, Porridge und Smoothies, wo ihr nussiges Aroma gut zur Geltung kommt. Auch in Salatdressings und kalten Saucen ist sie eine interessante Zutat. Für Kaffee ist Leinsamenmilch weniger geeignet, da der Eigengeschmack im Kaffee störend wirken kann und die Aufschäumeigenschaften aufgrund des niedrigen Proteingehalts begrenzt sind.
Beim Backen kann Leinsamenmilch als Kuhmilchersatz verwendet werden, wobei der leicht nussige Geschmack das Ergebnis beeinflusst – bei Vollkorn- und Nussgebäck ist dies ein Vorteil. Zum Kochen in herzhaften Gerichten eignet sich Leinsamenmilch ebenfalls, allerdings sollte sie erst gegen Ende der Garzeit zugegeben werden, um die empfindlichen Omega-3-Fettsäuren zu schonen.
Vorteile & Nachteile
- Reich an Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) – unterstützt Herz-Kreislauf-System und Gehirnfunktion
- Sehr kalorienarm (nur 25 kcal pro 100 ml)
- Hoher Ballaststoffgehalt der Leinsamen (39 g pro 100 g) fördert die Verdauung
- Enthält wertvolle Lignane mit antioxidativer Wirkung
- Von Natur aus frei von Gluten, Laktose, Soja und Nüssen
- Leinsamen wachsen auch in Mitteleuropa – regionaler Anbau möglich
- Einfache Herstellung zu Hause möglich
- Gut geeignet für Müsli, Smoothies und kalte Zubereitungen
- Nachteil: Sehr niedriger Proteingehalt (nur 0,5 g pro 100 ml)
- Nachteil: Natürlicher Calciumgehalt gering (nur 20 mg pro 100 ml ohne Anreicherung)
- Nachteil: Nussiger Geschmack mit leichter Bitternote – nicht jedermanns Sache
- Nachteil: Schlechte Aufschäumeigenschaften – wenig geeignet für Kaffeegetränke
- Nachteil: Omega-3-Fettsäuren sind hitzeempfindlich – nicht zum starken Erhitzen geeignet
- Nachteil: Noch geringe Verbreitung im Handel – oft nur in Bioläden oder online erhältlich
Häufige Fragen
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