Tierisch

Rentiermilch – Wissenswertes über die Milch vom Rentier

Rentiermilch ist eine der gehaltvollsten Milchsorten der Welt – mit einem Fettgehalt von über 18 % übertrifft sie Kuhmilch um das Sechsfache. In den arktischen Regionen Skandinaviens und Sibiriens wird sie seit Jahrhunderten von indigenen Völkern genutzt. Ihre Konsistenz erinnert an Kondensmilch, und dank des extrem niedrigen Laktosegehalts wird sie auch von laktoseempfindlichen Menschen oft gut vertragen.

Rentiermilch – Wissenswertes über die Milch vom Rentier

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Nährwerte pro 100 ml (ca. Angaben)

Nährstoff Menge (ca.)
Kalorien 186 kcal
Protein 10,5 g
Fett 18,1 g
Kohlenhydrate 1,5 g
Calcium 320 mg

Alle Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Produkt, Hersteller und Herkunft abweichen.

Herkunft und Verbreitung

Rentiere leben in den arktischen und subarktischen Regionen Europas, Asiens und Nordamerikas. Besonders in Lappland, Nordrussland und Sibirien werden sie seit Jahrtausenden von indigenen Völkern wie den Sami halbwild gehalten. Die Herden sind enorm – sie umfassen bis zu 100.000 Tiere und legen auf ihren saisonalen Wanderungen Strecken von bis zu 5.000 Kilometern zurück.

Das Melken von Rentieren ist ausgesprochen aufwendig. Eine Rentierkuh gibt pro Tag lediglich etwa einen Deziliter Milch, was einer Jahresleistung von nur rund 50 Litern entspricht. Zum Vergleich: Eine Milchkuh produziert etwa 8.000 Liter jährlich. Diese extreme Knappheit macht Rentiermilch zu einem der seltensten Milchprodukte überhaupt.

Nährwerte und Inhaltsstoffe

Rentiermilch ist aussergewöhnlich nährstoffreich. Mit 18,1 g Fett pro 100 ml enthält sie rund sechsmal so viel Fett wie Kuhmilch – ihr Wasseranteil liegt bei nur 67,3 %. Der Proteingehalt von 10,5 g pro 100 ml ist ebenfalls bemerkenswert hoch und übertrifft den von Kuhmilch um mehr als das Dreifache.

Besonders auffällig ist der extrem niedrige Laktosegehalt von nur 1,5 g pro 100 ml – das ist etwa dreimal weniger als bei Kuhmilch. Mit 320 mg Calcium pro 100 ml liefert Rentiermilch zudem fast doppelt so viel dieses wichtigen Mineralstoffs wie herkömmliche Kuhmilch. Der Energiegehalt liegt bei stolzen 186 kcal pro 100 ml.

Geschmack und Besonderheiten

Rentiermilch schmeckt ausgesprochen süss und hat ein intensiv cremiges Mundgefühl. Optisch erinnert sie an geschmolzenes Eis – dickflüssig und von fast weisser bis leicht gelblicher Farbe. Ihre Konsistenz wird oft mit Kondensmilch oder weicher, mit Zucker vermischter Butter verglichen.

Aufgrund ihres extrem hohen Fettgehalts lässt sich Rentiermilch nicht wie Kuhmilch trinken. Sie wird traditionell in kleinen Mengen verwendet – etwa als Zugabe zu Kaffee oder als Basis für besondere Käsespezialitäten. Die dicke, fast sahneartige Textur macht sie zu einem einzigartigen Lebensmittel, das in der westlichen Welt kaum bekannt ist.

Rentiermilch eignet sich aufgrund ihres niedrigen Laktosegehalts von nur 1,5 g pro 100 ml oft besser für Menschen mit Laktoseempfindlichkeit als Kuhmilch. Dennoch ist sie nicht laktosefrei – bei schwerer Laktoseintoleranz ist Vorsicht geboten.

Produkte aus Rentiermilch

Aus Rentiermilch werden vor allem in Skandinavien traditionelle Spezialitäten hergestellt. Der bekannteste Käse ist Pohccovuosta, auch Renost genannt – ein sehr haltbarer Käse, der traditionell in Scheiben geschnitten und in Kaffee getaucht wird. Diese Tradition ist bei den Sami bis heute lebendig.

Eine weitere Spezialität ist Leipäjuusto, der sogenannte «Quietschkäse» oder Brotkäse. Er wird in der Pfanne gebacken und traditionell mit Moltebeeren-Marmelade serviert. In der Homöopathie wird das Mittel Lac rangifera C4 aus Rentiermilch als Konstitutionsmittel eingesetzt. In Finnland finden sich zudem Wellness-Anwendungen mit Rentiermilch, etwa Gesichtsmasken, die auf den pflegenden Eigenschaften der fettreichen Milch basieren.

Vorteile und Nachteile

Häufig gestellte Fragen

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Rentiermilch enthält mit 1,5 g pro 100 ml nur etwa ein Drittel der Laktosemenge von Kuhmilch. Viele laktoseempfindliche Menschen vertragen sie daher besser. Bei schwerer Laktoseintoleranz sollte man dennoch vorsichtig sein, da sie nicht vollständig laktosefrei ist.
Der hohe Fettgehalt von 18,1 % ist eine Anpassung an die extremen arktischen Bedingungen. Die Rentierkälber benötigen die energiereiche Milch, um in der Kälte schnell zu wachsen und eine isolierende Fettschicht aufzubauen.
Rentiermilch ist kommerziell kaum erhältlich. Eine Rentierkuh produziert nur etwa einen Deziliter pro Tag, was eine industrielle Nutzung unmöglich macht. In Lappland und Nordfinnland findet man gelegentlich Produkte aus Rentiermilch in lokalen Spezialitätengeschäften.
Rentiermilch schmeckt deutlich süsser und cremiger als Kuhmilch. Ihre Konsistenz erinnert an geschmolzenes Eis oder Kondensmilch. Aufgrund des hohen Fettgehalts von über 18 % ist sie wesentlich dickflüssiger und wird nicht als Getränk, sondern als Zutat verwendet.

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