Nährwerte pro 100 ml (ca. Angaben)
| Nährstoff | Menge (ca.) |
|---|---|
| Kalorien | 99 kcal |
| Protein | 5,6 g |
| Fett | 6,0 g |
| Kohlenhydrate | 5,1 g |
| Calcium | 193 mg |
Alle Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Produkt, Hersteller und Herkunft abweichen.
Geschichte & Herkunft
Das Schaf gehört neben der Ziege zu den ältesten domestizierten Nutztieren der Menschheit. Die Domestizierung begann vor etwa 11.000 Jahren in Anatolien und dem Vorderen Orient. Bereits in der Antike war Schafsmilch in Griechenland und dem Römischen Reich ein geschätztes Nahrungsmittel. In Homers Odyssee wird beschrieben, wie der Zyklop Polyphem Schafe melkt – ein Hinweis auf die lange Tradition der Schafsmilchwirtschaft im Mittelmeerraum.
Heute wird Schafsmilch vor allem in den Mittelmeerländern, im Nahen Osten und in Zentralasien produziert. Die größten Erzeugerländer sind China, die Türkei, Griechenland und Italien. In Europa ist die Schafsmilch besonders für die Käseherstellung bedeutsam: Roquefort aus Frankreich, Pecorino Romano aus Italien, Manchego aus Spanien und Original-Feta aus Griechenland werden ausschließlich oder überwiegend aus Schafsmilch hergestellt.
Nährwerte & Inhaltsstoffe
Schafsmilch übertrifft Kuhmilch in nahezu allen Nährstoffkategorien. Mit 5,6 g Protein pro 100 ml enthält sie rund 70 % mehr Eiweiß, und ihr Fettgehalt von etwa 6,0 g ist fast doppelt so hoch. Dadurch liefert sie mit ca. 99 kcal pro 100 ml auch deutlich mehr Energie.
Besonders beeindruckend ist der Calciumgehalt: Mit rund 193 mg pro 100 ml übertrifft Schafsmilch sowohl Kuh- als auch Ziegenmilch erheblich. Auch bei Zink, Phosphor und Vitamin B2 liegt sie vorn. Der Vitamin-A-Gehalt ist ungefähr doppelt so hoch wie bei Kuhmilch.
Die Fettkügelchen in Schafsmilch sind wie bei Ziegenmilch relativ klein, was die Verdaulichkeit verbessert. Zudem enthält Schafsmilch einen hohen Anteil an konjugierter Linolsäure (CLA) und Omega-3-Fettsäuren, insbesondere wenn die Schafe auf der Weide grasen.
Verwendung in der Küche
Schafsmilch wird zu einem Großteil zu Käse verarbeitet – tatsächlich fließen weltweit über 60 % der Schafsmilch in die Käseproduktion. Zu den bekanntesten Schafskäsesorten gehören der griechische Feta (mindestens 70 % Schafsmilch laut EU-Verordnung), der italienische Pecorino, der französische Roquefort und der spanische Manchego.
Schafsmilchjoghurt hat eine besonders cremige, dicke Konsistenz und einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Er eignet sich hervorragend als Grundlage für Müsli, Desserts oder als Dip. Auch Schafsmilch-Eis wird zunehmend als Spezialität angeboten.
Als Trinkmilch wird Schafsmilch seltener verwendet, ist aber mit ihrem vollmundigen Geschmack durchaus genießbar. In der Küche eignet sie sich für besonders cremige Saucen, Gratins und Aufläufe. Ihr hoher Proteingehalt sorgt für eine gute Bindung bei Desserts und Puddings.
Vorteile & Nachteile
- Höchster Calciumgehalt unter den gängigen Milchsorten (ca. 193 mg pro 100 ml)
- Sehr proteinreich – rund 70 % mehr Eiweiß als Kuhmilch
- Grundlage für berühmte Käsesorten (Feta, Roquefort, Pecorino, Manchego)
- Gute Quelle für Vitamin A, B2, Zink und Omega-3-Fettsäuren
- Mild-süßlicher Geschmack ohne den intensiven Eigengeschmack von Ziegenmilch
- Nachteil: Sehr kalorienreich (ca. 99 kcal pro 100 ml)
- Nachteil: Deutlich teurer als Kuhmilch und nur in Fachgeschäften oder Hofläden erhältlich
- Nachteil: Enthält Laktose und ist daher bei Laktoseintoleranz nicht geeignet
Häufige Fragen
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