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Sojamilch – Alles über die älteste und proteinreichste Alternative zur Kuhmilch

Sojamilch – offiziell als Sojadrink bezeichnet – ist die älteste und proteinreichste pflanzliche Milchalternative der Welt. Mit rund 3,5 g hochwertigem Protein pro 100 ml erreicht sie einen vergleichbaren Eiweißgehalt wie Kuhmilch, enthält dabei jedoch kein schädliches Cholesterin. Seit Jahrtausenden ist sie in Ostasien ein Grundnahrungsmittel und hat sich weltweit als vielseitige, nährstoffreiche Milchalternative etabliert.

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Nährwerte pro 100 ml (ca. Angaben)

Nährstoff Menge (ca.)
Kalorien 40 kcal
Protein 3,5 g
Fett 2,2 g
Kohlenhydrate 2,5 g
Calcium 13 mg

Alle Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Produkt, Hersteller und Herkunft abweichen.

Geschichte & Herkunft

Die Geschichte der Sojamilch reicht Jahrtausende zurück. Erste historische Belege für die Verwendung von Sojabohnen zur Herstellung eines milchähnlichen Getränks stammen aus dem Jahr 164 v. Chr. aus China. Der Legende nach soll Liu An, ein Prinz der Han-Dynastie (179–122 v. Chr.), die Sojamilch erfunden haben, wobei die breite Verbreitung in der chinesischen Alltagsküche vermutlich erst im Mittelalter einsetzte.

In der traditionellen Herstellung werden getrocknete Sojabohnen über Nacht in Wasser eingeweicht, anschließend fein gemahlen und die entstandene Masse mit Wasser aufgekocht. Nach dem Filtern erhält man die fertige Sojamilch (chinesisch: 豆浆, Dòujiāng). In China, Japan und Korea ist frisch zubereitete Sojamilch bis heute ein alltägliches Frühstücksgetränk, das warm oder kalt serviert wird – oft zusammen mit Youtiao (frittierten Teigstangen).

Nach Europa und Nordamerika gelangte Sojamilch erst im 20. Jahrhundert, zunächst als Spezialprodukt in Reformhäusern und asiatischen Lebensmittelgeschäften. Mit dem Aufkommen der veganen Bewegung in den 1990er Jahren stieg die Nachfrage rapide an. Heute ist Sojamilch nach Hafermilch der zweitbeliebteste Pflanzendrink in Deutschland und weltweit der meistverkaufte pflanzliche Milchersatz.

Herstellung

Die industrielle Herstellung von Sojamilch folgt im Grundprinzip dem traditionellen Verfahren, ist jedoch technisch optimiert. Zunächst werden die Sojabohnen gereinigt, geschält und für mehrere Stunden in Wasser eingeweicht. Anschließend werden sie zusammen mit heißem Wasser fein vermahlen. Die entstandene Masse wird erhitzt – ein Schritt, der nicht nur der Pasteurisierung dient, sondern auch den charakteristischen «bohnigen» Geschmack reduziert und sogenannte Trypsininhibitoren (Protease-Hemmer) inaktiviert, die die Proteinverdauung behindern würden.

Nach dem Erhitzen wird die feste Masse (Okara) von der flüssigen Sojamilch getrennt. Das Okara – ein nährstoffreiches Nebenprodukt – wird in der asiatischen Küche vielfältig weiterverwendet. Die gewonnene Sojamilch wird anschließend homogenisiert und je nach Produkt mit Calcium, Vitaminen (insbesondere B12 und D), Zucker oder Aromen versetzt. Die fertige Sojamilch wird ultrahocherhitzt und aseptisch abgefüllt.

Nährwerte & Inhaltsstoffe

Ungesüßter Sojadrink enthält pro 100 ml etwa 40 kcal, 3,5 g Protein, 2,2 g Fett und 2,5 g Kohlenhydrate. Damit ist Sojamilch die einzige pflanzliche Milchalternative, deren Proteingehalt dem der Kuhmilch ebenbürtig ist. Das Sojaprotein ist von sehr hoher Qualität: Es enthält alle essenziellen Aminosäuren und besitzt eine hohe biologische Wertigkeit. Im Gegensatz zu Kuhmilch enthält Sojamilch kein schädliches Cholesterin.

Der Fettgehalt von rund 2,2 g pro 100 ml liegt deutlich unter dem von Vollmilch (3,5 g). Entscheidend ist dabei die Zusammensetzung: Das Fett in Sojamilch besteht überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren, darunter Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die für die Herzgesundheit als vorteilhaft gelten.

Sojamilch ist zudem reich an wertvollen sekundären Pflanzenstoffen. Besonders hervorzuheben sind die Flavonoide und Saponine, denen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Auch der Gehalt an Folsäure (Folat) ist bemerkenswert. Die ebenfalls enthaltenen Isoflavone – pflanzliche Phytoöstrogene – werden hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Wirkung kontrovers diskutiert.

Wichtig: Sojamilch enthält von Natur aus nur sehr wenig Calcium (ca. 13 mg pro 100 ml). Auch Vitamin B12 ist in Sojamilch nicht natürlich vorhanden und wird bei kommerziellen Produkten industriell zugesetzt. Ohne Anreicherung kann Sojamilch daher den Calcium- und B12-Bedarf nicht decken. Die meisten im Handel erhältlichen Sojadrinks werden mit Calcium (120 mg pro 100 ml), Vitamin B2, Vitamin B12 und Vitamin D angereichert.

Auch für Sojamilch gilt die EU-Verordnung: Pflanzliche Produkte dürfen nicht als «Milch» vermarktet werden. Im Handel finden Sie das Produkt daher unter der Bezeichnung «Sojadrink» oder «Soja-Getränk». Im alltäglichen Sprachgebrauch wird jedoch häufig weiterhin von «Sojamilch» gesprochen.

Geschmack & Verwendung in der Küche

Sojamilch hat einen charakteristischen, leicht nussig-bohnigen Eigengeschmack, der nicht jedermann zusagt. Moderne Herstellungsverfahren haben diesen Geschmack jedoch deutlich milder gemacht als bei traditionellen Produkten. Es gibt zudem gesüßte und aromatisierte Varianten (Vanille, Schokolade), die den Eigengeschmack überdecken.

In der Küche ist Sojamilch der vielseitigste aller Pflanzendrinks, da ihr hoher Proteingehalt dem der Kuhmilch ähnelt und für vergleichbare Koch- und Backeigenschaften sorgt. Barista-Varianten mit erhöhtem Fett- und Proteingehalt lassen sich zu einem stabilen, feinen Milchschaum aufschäumen. Beim Backen ist Sojamilch ein besonders guter Kuhmilch-Ersatz, da das Protein für ähnliche Strukturbildung sorgt.

Für vegane Buttermilch kann man Sojamilch mit einem Esslöffel Zitronensaft oder Essig versetzen – das Protein gerinnt leicht und erzeugt eine buttermilchähnliche Konsistenz und Säure. In der ostasiatischen Küche wird Sojamilch zudem für die Herstellung von Tofu (durch Zugabe von Gerinnungsmitteln) und Yuba (die Haut, die sich beim Erhitzen bildet) verwendet.

Haltbarkeit & Lagerung

Ungeöffnet ist haltbare (ultrahocherhitzte) Sojamilch bei Zimmertemperatur etwa ein Jahr lang haltbar. Gekühlte Frischeprodukte aus dem Kühlregal haben eine deutlich kürzere Haltbarkeit und sollten vor dem aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum verbraucht werden.

Nach dem Öffnen muss Sojamilch – unabhängig von der Variante – im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von etwa einer Woche verbraucht werden. Verdorbene Sojamilch erkennt man an einem säuerlichen Geruch, veränderter Konsistenz oder Flockenbildung.

Vorteile & Nachteile

Häufige Fragen

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Die Isoflavone in Soja (vor allem Genistein und Daidzein) sind Phytoöstrogene – pflanzliche Stoffe, die eine schwache östrogenähnliche Wirkung haben. Bei normalen Verzehrmengen (1–2 Gläser pro Tag) gelten sie nach aktuellem wissenschaftlichen Stand als unbedenklich. Große Übersichtsstudien und Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sehen bei moderatem Konsum kein erhöhtes Risiko. Bei östrogensensitiven Erkrankungen sollte der Konsum jedoch mit dem Arzt besprochen werden.
Die Behauptung, Sojamilch könne die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen, hält sich hartnäckig, ist aber nach aktuellem Forschungsstand nicht belegt. Vereinzelte Tierstudien mit extrem hohen Isoflavon-Dosen zeigten Effekte auf den Hormonhaushalt, diese Ergebnisse lassen sich jedoch nicht auf den normalen menschlichen Konsum übertragen. Mehrere große Humanstudien konnten keinen negativen Einfluss von moderatem Sojakonsum auf die Fruchtbarkeit bei Männern oder Frauen nachweisen.
Sojaprotein gehört zu den 14 Hauptallergenen, die in der EU kennzeichnungspflichtig sind. Etwa 0,4 % der Bevölkerung leidet an einer Sojaallergie. Besonders zu beachten ist, dass Kreuzreaktionen zwischen Birkenpollenallergie und Sojaallergie auftreten können: Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, reagiert in manchen Fällen auch auf Sojaprotein. Bei bekannter Birkenpollenallergie sollte der Konsum von Sojamilch daher mit Vorsicht begonnen und gegebenenfalls allergologisch abgeklärt werden.
In der EU ist der Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen praktisch verboten, und Lebensmittel mit GVO müssen gekennzeichnet werden. Die in Europa verkauften Sojadrinks werden überwiegend aus europäischen oder kanadischen Sojabohnen hergestellt, die nicht gentechnisch verändert sind. Viele Marken tragen zusätzlich das «Ohne Gentechnik»-Siegel. Weltweit werden allerdings über 70 % der Sojabohnen gentechnisch verändert angebaut – diese werden jedoch überwiegend als Tierfutter verwendet.
Für Säuglinge unter 12 Monaten ist Sojamilch als Milchersatz nicht geeignet. Bei Kindern ab dem 2. Lebensjahr kann Sojamilch als Teil einer ausgewogenen Ernährung in Maßen konsumiert werden. Die DGE und Kinderärzte empfehlen jedoch, bei Kindern auf eine ausreichende Calcium- und Jodversorgung zu achten, da diese Nährstoffe in Sojamilch nur durch Anreicherung vorhanden sind. Bei einer Kuhmilchallergie im Kindesalter ist Sojamilch eine häufige Alternative, wobei etwa 10–15 % der kuhmilchallergischen Kinder auch auf Soja reagieren.

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