Nährwerte pro 100 ml (ca. Angaben)
| Nährstoff | Menge (ca.) |
|---|---|
| Kalorien | 87 kcal |
| Protein | 5,2 g |
| Fett | 6,5 g |
| Kohlenhydrate | 4,6 g |
| Calcium | 130 mg |
Alle Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach Produkt, Hersteller und Herkunft abweichen.
Herkunft und Geschichte
Der Yak ist seit Jahrtausenden das wichtigste Nutztier der zentralasiatischen Hochgebirgsregionen. In Tibet, der Mongolei, Nepal und den westlichen Provinzen Chinas sind die robusten Tiere perfekt an das Leben in Höhen von 3.000 bis 5.000 Metern angepasst. Weltweit gibt es rund 15 Millionen Yaks, wobei die überwiegende Mehrheit in China konzentriert ist.
Yakmilch hat in der tibetischen und mongolischen Kultur eine zentrale Bedeutung. Sie wird seit Jahrhunderten zu Butter, Käse und Joghurt verarbeitet. Besonders der tibetische Buttertee – ein Getränk aus Schwarztee, Yakbutter und Salz – ist weit über die Region hinaus bekannt und dient den Bewohnern des Hochlandes als wichtiger Energielieferant gegen die Kälte.
Nährwerte und Inhaltsstoffe
Yakmilch ist deutlich gehaltvoller als Kuhmilch. Mit 87 kcal pro 100 ml liefert sie rund 30 % mehr Energie. Der Fettgehalt liegt bei über 6,5 g pro 100 ml – fast doppelt so hoch wie bei herkömmlicher Kuhmilch. Auch der Proteingehalt ist mit 5,2 g pro 100 ml erheblich höher, was Yakmilch zu einer ausgezeichneten Eiweissquelle macht.
Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die als herzschützend gelten. Yakmilch enthält zudem konjugierte Linolsäuren (CLA), denen in wissenschaftlichen Studien eine möglicherweise schützende Wirkung gegen Diabetes, Arterienverkalkung und bestimmte Krebsarten zugeschrieben wird. Mit 130 mg Calcium pro 100 ml liefert sie auch einen soliden Beitrag zur Knochengesundheit.
Geschmack und Besonderheiten
Yakmilch hat einen intensiven, leicht süsslichen Geschmack mit einer ausgeprägten Cremigkeit, die vom hohen Fettgehalt herrührt. Im Vergleich zu Kuhmilch wirkt sie voller und reichhaltiger – fast schon wie eine natürliche Sahne. Die Farbe ist auffallend gelblich, was auf den hohen Gehalt an Beta-Carotin zurückzuführen ist.
Eine Besonderheit der Yakwirtschaft ist die kurze Laktationsperiode: Yaks geben nur etwa 5 Monate im Jahr Milch, was die verfügbare Menge stark begrenzt. In dieser Zeit muss genug Milch gewonnen und verarbeitet werden, um die Versorgung über das ganze Jahr sicherzustellen – ein Grund, warum haltbare Produkte wie Butter und Trockenkäse traditionell so wichtig sind.
Produkte aus Yakmilch
Aus Yakmilch wird eine Vielzahl traditioneller Produkte hergestellt, die in der zentralasiatischen Küche seit Jahrhunderten verankert sind:
- Yakbutter – mit rund 90 % Fett die Grundlage für tibetischen Buttertee und zum Kochen
- Yakkäse – ein fester, würziger Käse, der auch in Europa zunehmend als Spezialität geschätzt wird
- Yakjoghurt – dickflüssig und cremig, ähnlich wie griechischer Joghurt
- Kurauni – eine Art eingedickte Sahne, die als Brotaufstrich oder Beilage dient
- Oerem – getrockneter Quark, der lange haltbar ist und als Reiseproviant genutzt wird
- Choormog – ein fermentiertes Milchgetränk, vergleichbar mit Kefir
Vorteile und Nachteile
- Vorteil: Deutlich mehr Protein und Energie als Kuhmilch – ideal für körperlich aktive Menschen
- Vorteil: Hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren mit herzschützender Wirkung
- Vorteil: Enthält konjugierte Linolsäuren mit potenziell gesundheitsfördernden Eigenschaften
- Vorteil: Ausgezeichnete Calciumquelle mit 130 mg pro 100 ml
- Nachteil: In Europa praktisch nicht als Frischmilch erhältlich
- Nachteil: Sehr hoher Fettgehalt – nicht geeignet für kalorienreduzierte Ernährung
- Nachteil: Yaks geben nur etwa 5 Monate im Jahr Milch, was die Verfügbarkeit stark einschränkt
Häufig gestellte Fragen
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