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Cashewmilch - Die Alternative aus Cashewkernen

Die Milch die sich so nicht nennen darf.

Reife Frucht auf Cashewbaum - © CC0 - Pixabay - sarangib

Milchersatz-Produkte werden immer populärer. War anfangs vor allem Sojamilch im Handel erhältlich, so gibt es inzwischen viele weitere Varianten aus Hafer, Reis, Mandeln und anderen Nüssen und Getreiden. Auch die aromatische Cashewmilch erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Eines haben alle pflanzlichen Milchersatz-Getränke gemeinsam: Laut eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs dürfen sie nicht als Milch bezeichnet werden. Deshalb werden sie zumeist als „Drink“ deklariert. 

Rinderherde beim grasen - © CC0 - Pixabay - molnar

Umwelt- und Tierschutzaspekte

Nicht jeder denkt bei Milch an Treibhausgase.

Die Ursachen für den Boom der Milchersatz-Produkte sind vielfältig. Immer mehr Menschen möchten die Massentierhaltung nicht mehr unterstützen und entscheiden sich für die vegetarische oder vegane Lebensweise. Andere leiden an Laktoseintoleranz und greifen deshalb zu pflanzlichen Alternativen. 

Auch der Umweltaspekt spielt eine Rolle. Untersuchungen zeigen, dass mindestens 20 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emission auf die Tierhaltung zurückzuführen sind. Dazu kommt der Welternährungsaspekt. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche dient der Aufzucht und Haltung von Tieren, während über 800 Millionen Menschen weltweit unter Hunger leiden. Neben Agrarsubventionen und Spekulationen des Finanzmarktes auf Nahrungsmittel sind Nutztiere damit die größten Nahrungskonkurrenten der Menschheit. All das sind Gründe genug, sich näher mit pflanzlichen Nahrungsmitteln zu befassen.
Cashewkerne auf rundem Holzteller - © CC0 - Pixabay - tookapic

Woraus besteht Cashewmilch bzw. der Cashewdrink?

Der Cashewdrink besteht größtenteils aus Wasser und einem mehr oder weniger großen Anteil an Cashewkernen. In käuflichen Drinks sind zwischen 3 und 8 Prozent Cashews enthalten. Zudem können die Produkte mit Meersalz oder Zucker bzw. anderen Süßungsmitteln wie Agavendicksaft angereichert sein. Je nach Hersteller werden Stabilisatoren wie Johannisbrotkernmehl und Emulgatoren zugefügt. Der Zusatz von Vitaminen, insbesondere des für Veganer wichtigen Vitamins B 12, ist ebenfalls gebräuchlich.
Cashewkerne ausgeschüttet - © CC0 - Pixabay - sunnysun0804

Cashewdrink - Die Herstellung

Bei der Herstellung des Drinks kommen praktisch immer geröstete Cashews zum Einsatz. Rösten ist das gebräuchlichste Verfahren, um die harten Schalen so brüchig zu machen, dass die Kerne daraus gelöst werden können. Zudem wird beim Rösten der giftige Inhaltsstoff CNLS der Schalen unschädlich gemacht.
Wer seinen Drink selbst herstellt, kann dazu auch ungeröstete Kerne verwenden, die kalt geknackt wurden. Cashews in Rohstoff-Qualität sind zwar weit weniger verbreitet, bei speziellen Anbietern jedoch erhältlich.
Cashewkerne mit Schale - © CC0 - Pixabay - LoggaWiggler

Cashewdrink - auch zum Selbermachen

Die Herstellung des Getränks entspricht generell dem Verfahren, das man auch selbst anwenden kann, um seinen eigenen Cashewdrink herzustellen: Für einen Liter Drink werden 300 Gramm Cashews über Nacht eingeweicht. Nach dem Abtropfen zusammen mit einem Liter Wasser in einen Mixer geben. Wer süßen möchte, fügt etwas Agavensirup oder eine Dattel hinzu. Nach dem Zerkleinern wird der Drink durch ein feines Sieb gegeben – fertig. Die zurückbleibende Nusspaste kann zur Herstellung einer Art Frischkäse oder anderer Delikatessen verarbeitet werden.
Stethoskop und Kugelschreiber auf Terminkalender - © CC0 - Pixabay - DarkoStojanovic

Wie gesund sind Cashewdrinks?

Cashewkerne sind sehr gesund und hervorragende Protein-Lieferanten. 100 Gramm Kerne enthalten 18 Gramm Eiweiß. Besonders vorteilhaft ist der hohe Anteil der Aminosäure L-Tryptophan (290 Milligramm je 100 Gramm), die im Organismus zu Serotonin umgewandelt wird. Serotonin gilt als „Glückshormon“ und wirkt stimmungsaufhellend sowie beruhigend.
Bauchumfangmessung mit Maßband - © CC0 - Pixabay - PublicDomainPictures

Als Nuss relativ fettarm

Ein weiterer Vorteil: Im Vergleich zu anderen Nüssen sind Cashews mit einem Fettanteil von 42 Prozent relativ fettarm. Dabei werden sie zwar zu den Nüssen gezählt, gehören in botanischer Hinsicht jedoch zu den Steinfrüchten. Sie liefern 550 Kalorien pro 100 Gramm.
Tablettendose mit Aufschrift
Bemerkenswert ist auch der Vitamingehalt der Cashewkerne. Neben den Vitaminen E und K sind jene der B-Gruppe reichlich enthalten (B1, B2, B5, B6). Dazu kommen die Mineralstoffe Magnesium und Kalium, Phosphor, Kupfer, Eisen und Zink.
Insgesamt spielt bei der gesundheitlichen Bewertung der Cashewmilch die Menge der verwendeten Kerne eine Rolle. Bei der eigenen Herstellung hat man sowohl darauf wie auch auf die Anreicherung mit Süßungsmitteln einen Einfluss. 
Schönes Muster im Milchschaum in Kaffeetasse - © CC0 - Pixabay - Pexels

Geschmack und Verwendung

Cashewdrinks sind vielseitig anwendbar

Cashewdrink hat einen nussigen Geschmack und eine angenehm samtige Konsistenz. Er kann kalt oder warm genossen werden, als Grundlage für Smoothies dienen und den Kaffee verfeinern – dazu kann man ihn sogar aufschlagen. Auch zum Kochen und Backen, als Beigabe zum Müsli und zur Herstellung von leckerem Eis ist Cashewdrink bestens geeignet. Die Verwendungsmöglichkeiten sind zahlreich und laden zum Experimentieren und Entwickeln eigener Rezepte ein.
Bildquellen:
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Letztes Update: 14.02.2019 14:30