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Hafermilch / Haferdrink - Was kann der vegane Milchersatz?

Der Haferdrink gehört zu den beliebtesten Optionen bei Alternativen zur Kuh-Milch. Alle Infos hier.

Hafer Ähre in Großaufnahme - © CC0 - Pixabay - Hans

Immer häufiger halten Milchalternativen Einzug in deutsche Kühlschränke. Dabei gehört der Haferdrink zu den beliebtesten Optionen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben veganer Ernährung ist ein gesteigertes Gesundheits-, aber auch Umweltbewusstsein verantwortlich für die große Popularität. Um der Milchindustrie nicht zu schaden, war der Verkauf von pflanzlichem Milchersatz bis 1990 tatsächlich sogar verboten. Aus dem gleichen Grund darf von „Milch“ in diesem Kontext eigentlich gar nicht die Rede sein, darf die Bezeichnung doch nur für tierische Erzeugnisse verwendet werden. Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich die Formulierung trotzdem durchgesetzt, aber im Handel wird sie meist unter Haferdrink oder Hafergetränk angeboten.

Haferfeld - © CC0 - Pixabay - strmnvsk

Herstellung des Haferdrinks

Die Produktion der Milchalternative ist simpel. Die Hafersaat wird zunächst entspelzt, also die äußere Hülle des Korns entfernt. Anschließend wird das Getreide mit Wasser vermengt und gemahlen. Sämtliche feste Bestandteile werden dann herausgefiltert und können weiterverwertet werden. Das Endprodukt im Verkauf kann noch weiter Zusätze, Vitamine oder Mineralstoffe enthalten.
Im Vergleich zu Kuhmilch scheint Hafermilch teuer. Daher bietet sich die einfache Herstellung in den eigenen vier Wänden an: Auch hier wird nur Wasser, Hafer und nach Bedarf etwas zum Süßen benötigt. Alle Zutaten werden püriert und anschließend durch ein Geschirrtuch gefiltert – fertig. 
Hafer mit Himmel im Hintergrund - © CC0 - Pixabay - PublicDomainPictures

Inhaltsstoffe des Getränks

Obwohl bei der industriellen Verarbeitung einige gesunde Bestandteile verloren gehen, überzeugt das Hafergetränk unter anderem mit dem speziellen Ballaststoff ß-Glucan. Die spezielle Zuckerart fördert die Verdauung. Die Kalorienzahl kann stark variieren, aber liegt im Durchschnitt bei etwa 45 kcal pro 100 ml. Das entspricht dem Energiewert von Kuhmilch und ist damit nicht gerade gering. Der Fettgehalt liegt je nach Herstellungsverfahren bei ungefähr 1,2 %.

Hafermilch enthält weder Laktose noch Milcheiweiß und ist daher ein schmackhafter Milchersatz für alle Allergiker. Für Menschen mit Glutenunverträglichkeit ist sie jedoch ungeeignet. Ein großer Pluspunkt für Hafermilch ist, dass sie nicht nur kein Cholesterin enthält, sondern sogar dabei hilft den Cholesterinspiegel im Körper zu senken.
Wer auf der Suche nach einer Kalziumquelle ist, wie von der gewöhnlichen Milch gewohnt, ist beim Hafer falsch. Dann sollte auf Sojaprodukte oder Kuhmilch zurückgegriffen werden. Viele Experten empfehlen, besonders für die kindliche Ernährung zumindest nicht komplett auf die tierische Variante zu verzichten. Auch als Eiweißlieferant kann Hafermilch leider nicht dienen.
Hafer - © CC0 - Pixabay - Hans

Hafermilch - Ein echtes Superfood: Die Vorteile

Hafer hält lange satt, kurbelt die Verdauung an und beugt Verstopfungen vor. Er gilt nicht nur als gesundes, energiereiches Frühstück, sondern findet aus auch immer öfter Verwendung in Diäten. Ernährungsberater empfehlen je ein Glas Haferdrink vor jeder Hauptmahlzeit. Das dämpft den Appetit und sorgt mit wenig Nahrung für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. So lassen sich Heißhungerattacken vermeiden. Das Getreide hilft außerdem beim Entgiften und schwemmt überflüssiges Wasser sowie Fette aus.
Doch der Drink kann noch mehr als das. Mit 5 Vitaminen und 6 Mineralstoffen enthält Hafer jede Menge Stoffe, die für unsere Körperfunktionen essentiell sind. Manche Studien legen sogar Nahe, dass er Krebs vorbeugen kann. 
Haferfeld - © CC0 - Pixabay - Hans
Gegenüber anderer veganer Optionen scheint Hafer eine gute Wahl zu sein. Nussmilch wie Mandel- oder Kokosmilch sind oft kostspieliger. Soja steht wegen seiner hormonverändernden Eigenschaften häufig in der Kritik. Dass Weizen nicht das nahrhafteste Getreide für den Menschen darstellt, sollte nach den vergangenen Debatten mittlerweile jedem klar sein. Doch auch im Vergleich zu anderen Getreidedrinks enthält die Hafervariante wesentlich mehr wichtige Nährstoffe.

Nicht nur für den Menschen ist der Drink gut verträglich, sondern auch für die Umwelt. Hier steht nicht nur das Wohl der Tiere im Vordergrund, sondern auch Produktionsfaktoren. Bei pflanzlichen Milchsorten fällt der hohe und klimaschädliche Methanausstoß weg. Der CO²-Fußabdruck ist deutlich kleiner. 
Hafer - © CC0 - Pixabay - bbok17

Verwendung von Haferdrinks

Der Milchersatz steht dem Original in keiner Hinsicht nach. Hafermilch ist auch ohne Zuckerzusatz relativ süß und kann sehr gut zum Kochen und Backen verwendet werden. Sie eignet sich auch hervorragend als Zugabe im morgendlichen Kaffee. Wie Kuh- oder Sojamilch lässt sie sich sogar aufschäumen. Der entstandene Schaum verfliegt jedoch schnell. Wer seine Gäste mit Latte Macchiato oder Cappuccino beeindrucken möchte, muss sich also eine andere Lösung suchen.
Haferfeld - © CC0 - Pixabay - Hans

Wo kann man Haferdrinks kaufen?

Spätestens seit des großen Fitness- und Gesundheitstrends der letzten Jahre findet man Haferdrinks in den verschiedensten Ausführungen: gesüßt oder ungesüßt, mit zugesetzten Vitaminen oder Mineralstoffen, bio oder nicht, ultrahocherhitzt und haltbar, aromatisiert mit Schoko oder Vanille, in Kombination mit anderen Milchalternativen oder pur.

Jeder Supermarkt, jede gut sortierte Drogerie und sogar einige Discounter haben Hafermilch mittlerweile preisgünstig in ihr Sortiment aufgenommen. Wer sie noch nie probiert hat, sollte das dringend nachholen, denn eines ist klar: Hafer kann mehr als nur Pferdefutter und Müsli!

Weitere Haferdrinks online bestellbar

Letztes Update: 14.02.2019 14:49