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Kokosmilch - Wissenswertes über Nährwerte, Vitamine und Anwendung

Veganer Milchersatz

Kokosnuss mit Kokosmilch - © CC0 - Pixabay - LisaRedfern

Kokosmilch ist nicht gleich Kokosmilch. Der Begriff ist allgemein gefasst und nicht klar definiert. Die verschiedenen Produkte, die als Kokosmilch verkauft werden, unterscheiden sich dementsprechend erheblich voneinander. Vegan ist Kokosmilch in den meisten Fällen durchaus, aber aufgrund der sehr verschiedenen Inhaltsstoffe kann sie nicht einfach als Ersatz für Kuhmilch dienen. Wissenswertes und Informationen zu allen Bereichen der Gewinnung von Kokosmilch und anderen Produkten aus der Kokosnuss erfhren sie in diesem Beitrag.

Eine ganze Kokosnuss und eine halbierte Kokosnuss mit einem Glas Kokoswasser - © CC0 - Pixabay - moho01

Was ist eigentlich Kokosmilch?

Kokosmilch oder Kokoswasser

Die eigentliche Kokosmilch entsteht nicht in der Kokosmilch, sondern wird industriell hergestellt. Dazu wird das Fruchtfleisch der Kokosnuss aus der Nuss herausgeholt, mit Wasser püriert und durch ein Tuch gepresst. Die daraus entstehende Flüssigkeit wird als Kokosmilch bezeichnet. Sie hat einen Fettgehalt von 15 % bis 25 % und ist damit deutlich fettreicher als Kuhmilch.

Der feste Rest, der nach dieser Prozedur im Tuch verbleibt, kann noch einmal mit Wasser vermischt und aufgekocht werden. Wird das Gemisch noch einmal gesiebt, bleibt eine dünnflüssigere Kokosmilch zurück, die ebenfalls als Kokosmilch verkauft wird. Der feste Rest dient als Tierfutter.

Bisweilen wird aber auch das Wasser aus der Kokosnuss als Kokosmilch verkauft (obwohl es ganz andere Inhaltsstoffe hat), und die sogenannte Kokoscreme, eine Mischung aus Kokosmilch und Kokosöl, wird ebenfalls manchmal als Kokosmilch vertrieben. Kokoscreme ist sehr sahnig und extrem fettreich.
Eine halbierte Kokosnuss auf weißem Hintergrund - © CC0 - Pixabay - Hans

Die Kokosmilch - Keine homogene Flüssigkeit

Die Kokosmilch hat einen hohen Fettgehalt

Der Fettgehalt der Kokosmilch ist sehr viel höher als bei Kuhmilch, und aus diesem Grund kann Kokosmilch nicht dauerhaft homogenisiert werden. Die Milch wird im Anbauland der Kokosnüsse hergestellt und in Dosen und Tetrapacks in alle Welt verkauft. Allerdings setzt sich das Fett der Kokosmilch nach kurzer Zeit ab. Kokosmilch sollte also vor der Verwendung noch eimal verrührt oder aufgeschüttelt werden. Das ist in den Herstellerländern soweit akzeptiert, in westlichen Ländern dagegen nicht unbedingt. Aus diesem Grund finden sich immer wieder Produkte auf dem Markt, denen Emulgatoren, Verdickungsmittel oder Stabilisatoren zugesetzt wurden. Das muss auf der Packung vermerkt sein.
Eine halbe Kokosnuss, daneben umgedreht die zweite Hälfte der Kokosnuss - © CC0 - Pixabay - Lebensmittelfotos

Gute Nährwerte der Kokosnuss

Umfangreiches Angebot an Vitaminen- gesunde Kokosmilch?

Kokosmilch ist ein Naturprodukt, das durchaus nahrhaft ist. Sie ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem an Kalium, Natrium, Eisen und Magnesium. An Vitaminen sind enthalten: Vitamin C, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B4, Vitamin B6 und Vitamin E. Mit rund 20 % Fett ist Kokosmilch alles andere als fettarm. Allerdings sind die enthaltenen Triglyzeride mittelkettige Fette, die der Körper relativ schnell verdaut und die normalerweise nicht als Fettpolster eingelagert werden. 100 ml Kokosmilch liegen bei etwa 197 Kalorien.
Stücke eine rKokosnuss - © CC0 - Pixabay - 821292

Die Kokosmilch ist für Diäten nur bedingt geeignet

Gesund aber doch 20 Prozent Fett

Kokosmilch wird immer wieder als Ersatz für Kuhmilch während einer Diät angepriesen. Das ist richtig und falsch: Kokosmilch enthält viele mittelkettige Fette, die vom Körper gut verdaut werden und tatsächlich nicht so schnell "auf den Hüften landen" wie die Fette aus der Kuhmilch. Dazu kommen die Vitamine und Mineralstoffe der Kokosmilch, die sie zu einem wirklich gesunden Nahrungsmittel machen. Aber da sind eben auch die rund 20 % Fett, die einfach zu viel Energie liefern. Wer im Rahmen einer Diät Kokosmilch als Ersatz für Kuhmilch zu sich nehmen will, sollte maximal 50 bis 60 ml täglich in den Speiseplan einbauen. Bei einer größeren Menge wird die Gesamtenergiezufuhr einfach zu hoch, das lässt sich dann auch durch ausgiebige körperliche Bewegung nur noch schwer oder gar nicht ausgleichen. 
Grüne Kokosnüsse auf einer Kokospalme - © CC0 - Pixabay - 821292

Gesundheitliche Aspekte der Kokosmilch

Gute Alternative bei Laktoseintoleranz.

Bei Laktoseintoleranz ist Kokosmilch ebenfalls eine gute alternative zu Kuhmilch. Die Milch ist gut bekömmlich und schmeckt nusszig und leicht, sie liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Kokosmilch schützt außerdem das Herz. Der hohe Gehalt der Kokosmilch an gesättigten Fettsäuren hebt den Cholesterinspiegel an. Allerdings handelt es sich hier um den HDL-Cholesterinspiegel. Das sogenannte gute Cholesterin wird mit einem verminderten Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkte in Verbindung gebracht. Das ist eine noch recht neue Erkenntnis, denn lange Zeit konnte man zwischen gutem und schlechtem Cholesterin nicht unterscheiden. Und auch heute sind die genauen Zusammenhänge noch nicht abschließend geklärt.

Kokosmilch regt durch die enthaltenen Triglyceride den Stoffwechsel an. Da die Schilddrüse maßgelblich am Stoffwechsel beteiligt ist, vermutet man, dass insbesondere Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion von den positiven Eigenschaften der Kojosmilch profitieren könnten.

Die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure wirkt antibakteriell. Wer also Brotaufstriche oder andere Speisen mit Kokosmilch herstellt, kann sich auf eine etwas längere Haltbarkeit im Vergleich zum gleichen Lebensmittel, das mit einer anderen Milch hergestellt wurde, verlassen. Die antibakterielle Wirkung entfaltet Kokosöl auch im Körper: Es wird noch diskutiert, inwiefern die Laurinsäure gegen Herpes, Grippeviren und bei Akne eingesetzt werden kann.
Grüne Kokosnuss mit Trinkhalm - © CC0 - Pixabay - wilkernet

Die Kokosmilch ist in den Tropen ein Grundnahrungsmittel

Studien sind nicht alles.

In den tropischen Ländern, in denen Kokosmilch heute hergestellt wird, ist sie seit vielen Generationen eines der Grundnahrungsmittel. Auffällig ist, dass die Menschen dieser Länder Herzinfarkte und Schlaganfälle kaum kennen. Erwähnenswert ist vor allem die sogenannte Kitava-Studie: Ende der 1980er Jahre befasste sich der schwedische Forscher Lindberg mit den Bewohnern der Insel Kitava im Archipel Trobriand bei Papua-Neuguinea. Das dort lebende Volk ernährte sich nahezu ausschließlich von naturbelassenen Lebensmitteln, und ein großer Teil des täglichen Energiebedarfs wurde aus Kokosprodukten gedeckt. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung war zwischen 60 und 95 Jahre alt. Lindberg stellt fest, dass kein einziger der älteren Menschen Anzeichen von Demenz, Schlaganfälle waren unbekannt. Die meisten Menschen starben aufgrund von Unfällen oder Malaria. Lindberg führte das auf die Ernährung zurück, denn auf Kitava war industriell verarbeitete Nahrung schlicht unbekannt.

Abschließend lässt sich festhalten, dass der Einfluss von Nahrungsmitteln auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und vor allem Alterserkrankungen noch nicht ausreichend bekannt ist. Kokosmilch ist mit Sicherheit ein Lebensmittel, von deren Anwendung viele Menschen profitieren können.

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Letztes Update: 14.02.2019 14:35