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Sojamilch / Sojadrink - Alles über die Alternative zur Kuhmilch

Sojamilch lässt sich in der Küche in vielerlei Hinsicht verwenden.

Sojabohnen auf Netz - Sojabohnen in Holzlöffel - daneben halb volles Glas - © CC0 - Pixabay - bigfatcat

Obgleich Sojamilch schon seit Jahrtausenden als nahrhaftes Getränk bekannt ist, wurde sie erst in den letzten Jahren zu einem richtigen Trend. Dieser entwickelte sich natürlich - wie könnte es anders sein - zunächst in den USA, wo man seinen Coffee to go plötzlich mit Sojadrink anstatt mit normaler Kuhmilch bestellte. Inzwischen ist der Trend auch längst hier angekommen und dabei auch noch sehr gesund: Sojamilch ist deutlich kalorienarmer als Kuhmilch und darüber hinaus noch reich an Nährstoffen. Für Menschen, die laktoseintolerant sind oder sich vegan ernähren möchten, stellt das Getränk somit eine hervorragende Alternative zu normaler Milch dar. 

Schüssel mit Sojabohnen, Sojabohnen daneben liegend und Milchkanne mit Milch - © CC0 - Pixabay - bigfatcat

Inhaltsstoffe und Nährwerte - was ist in Sojamilch drin?

Im direkten Vergleich zu Kuhmilch punktet Sojamilch in vielerlei Hinsicht. Zwar enthalten beide Getränke viel Protein, doch vor allem Soja-Proteine gelten als sehr hochwertig. Der Grund: Unser Körper kann sie sehr gut weiterverarbeiten und schädliches Cholesterin kommt ebenfalls nicht darin vor. 
Wer abnehmen möchte, ist mit Sojamilch ebenfalls gut beraten, denn sie enthält lediglich 2,2 Gramm Fett auf 100 ml, während es bei normaler Vollmilch bereits 3,5 g sind. Das enthaltene Fett ist darüber hinaus deutlich hochwertiger, weil es sich vor allem aus ungesättigten Fetten zusammensetzt. Weiterhin unterstützt das Getränk den Körper dabei, wertvolle Enzyme leichter zu binden und somit Kohlenhydrate schneller zu verwerten. In Sojamilch sind des Weiteren hohe Mengen an Flavonoiden, Saponine und Folsäure enthalten. Allerdings kommt das Vitamin B12 nicht in der Milch vor, weswegen es oft nachträglich industriell beigemischt wird. 

Für Menschen, die unter Laktoseintoleranz leiden, ist Sojamilch eine hervorragende Wahl. Ein Nachteil im Vergleich zur Kuhmilch ist allerdings, dass sie einen sehr geringen Kalziumgehalt aufweist. 
Eine Schüssel mit Sojamilch, daneben Sojabohnen in Löffel auf Bambusmatte - © CC0 - Pixabay - bigfatcat

Sojamilch in der Kritik: Was man wissen sollte

Obgleich Sojamilch zahlreiche positive Eigenschaften bietet, steht sie immer wieder in der Kritik: Oft wird angenommen, sie sei gar nicht so gesund und soll beispielsweise sogar die Fruchtbarkeit von Männern beeinträchtigen. Bislang konnte dies allerdings noch nicht wissenschaftlich belegt werden. Allerdings stimmt es durchaus, dass Soja die Entstehung von Allergien fördern kann. Vor allem das darin enthaltene Protein ist häufig einer der Hauptauslöser von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, reagiert beim Verzehr von Sojamilch nicht selten mit Kreuzallergien. 
Erntemaschine bei der Sojaernte vor Sonnenuntergang - © CC0 - Pixabay - 6734180

Ursprung und Anbau von Sojamilch

Bekannt war Sojamilch bereits vor der Geburt Christi: Um 164 v. Chr. kannten die Chinesen das Getränk und machten es schnell im restlichen Asien zu einem geschätzten Nahrungsmittel. Nicht nur löschte Sojamilch den Durst, auch wurde es zur Grundlage für zahlreiche weitere Produkte aus Soja. In Deutschland wurde Sojamilch erst in den letzten Jahrzehnten, besonders jedoch in den vergangenen fünf Jahren sehr bekannt und beliebt. Aufgrund der gesunden Inhaltsstoffe sowie der guten Verträglichkeit verzichten mehr und mehr Menschen auf Kuhmilch und steigen stattdessen auf Sojamilch um. In vielen Cafés ist Sojamilch zu einem festen Bestandteil geworden. Übrigens: Innerhalb Deutschlands darf Sojamilch gar nicht als solche bezeichnet werden, da dieser Begriff geschützt ist. Wer also "Soja-Drink" auf einer Verpackung liest, kauft höchstwahrscheinlich trotzdem reine Sojamilch. 
Sojabohnen auf dunkelgrauem Stoff - © CC0 - Pixabay - Jing

Verwendungsmöglichkeiten für Sojamilch

Sojamilch lässt sich in der Küche in vielerlei Hinsicht verwenden. Grundsätzlich wird sie genauso verwendet wie Milch: Man kann sie im Kaffee genießen, mit ihr Backen und ebenso Milchreis, Müslis, Desserts sowie Getränke zubereiten. Auch für Suppen und Saucen ist Sojamilch eine gute Ergänzung, sofern in ihr keine geschmacksbildenden Zusatzstoffe enthalten sind. Vegetarier und Veganer schätzen Sojamilch, da sie vollständig pflanzlichen Ursprungs ist. In der japanischen und chinesischen Küche gilt das Getränk zudem als fester Bestandteil für zahlreiche Rezepte.
Dunkelhaarige Frau vor einem Kühlregal im Supermarkt. Sieht sich Milchflasche an - © stock.adobe.com / gpointstudio / #48979310

Wie findet man die richtige Sojamilch im Handel?

In Supermärkten gibt es inzwischen eine reichliche Auswahl an verschiedenen Sojagetränken, wie beispielsweise reine Sojamilch oder auch Mixgetränke auf Milchbasis. Einige davon enthalten Zucker, einige wurden nachträglich mit Kalzium angereichert. Auch Sojamilch aus biologischem Anbau sowie natürliche, unbehandelte Sojamilch sind erhältlich. Bei einem Vergleich zeigt sich schnell, dass es vor allem im Preis beachtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten geben kann. Allerdings ist dieser keinesfalls ausschlaggebend für die Qualität des Getränks. Es empfiehlt sich daher, zunächst einen Blick auf die Zutaten zu werfen, um genau zu wissen, was drin ist. 
Sojamilch aus dem Supermarkt, die haltbar gemacht worden ist, lässt sich bis zu einem Jahr lagern, ohne gekühlt werden zu müssen. Dies gilt natürlich stets unter Berücksichtigung des angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatums. Sobald Sojamilch jedoch geöffnet worden ist, muss sie immer im Kühlschrank aufbewahrt und möglichst in derselben Woche verzehrt werden - genau wie auch Kuhmilch. Frische Sojamilch, wie sie unter anderem in Biomärkten erhältlich ist, ist lediglich wenige Tage haltbar und muss auch geschlossen bereits im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Letztes Update: 14.02.2019 14:36