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Milchkonsum - Fakten, Empfehlungen und Alternativen

Viele Gerüchte, viele Studien.

Milch einschenken aus Kanne in Kaffeetasse - © CC0 - Pixabay - StockSnap

Das Trinken von Milch scheidet heutzutage die Geister: Die einen befürworten das Konsumieren von Kuhmilch, die anderen lehnen Milch strikt als Krankmacher ab. Lange Zeit galt Milch als gesund und landete deswegen täglich auf den Esstisch. Heute steht Milch in Verdacht Krankheiten wie Diabetes und Osteoporose hervorzurufen oder gar Krebs zu begünstigen. Hier erfährst du alle Fakten und Empfehlungen zum Konsum von tierischer Milch.

Milchkanne und Milchglas auf schwarzem Hintergrund - © CC0 - Pixabay - congerdesign

Verbraucher lieben Milch

Milch in Deutschland und Österreich ist aber dennoch sehr beliebt bei den Verbrauchern. Dabei verzehrt der deutsche Durchschnittsbürger etwa 60 Liter Milch, zirka 25 Kilogramm Käse und rund sechs Kilogramm Butter auf ein Jahr verteilt. Dieser Konsum wird sowohl von einigen Ernährungswissenschaftlern als auch der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) befürwortet. Rund 250 Milliliter Milch am Tag empfiehlt die DGE täglich als gesunde Menge Milch.
Fünf Milchflaschen mit grünem Verschluss auf rundem Tisch - © CC0 - Pixabay - falovelykids

Potenzieller Krankmacher Milch?

Von Osteoporose zu Laktose-Unverträglichkeiten

Schon lange Zeit gibt es Warnungen vor dem Milch-Konsum, da Milch in Verdacht steht dem Körper nicht Kalzium zuzuführen, sondern es ihm zu entziehen – eine Gefahr für Osteoporose. Einige Forscher warnen sogar davor, dass ein hoher Milchkonsum zu einem größeren Risiko von Knochenbrüchen führen kann. Zudem sollen die in der Milch enthaltenen schädlichen Transfette, schlecht für den Körper sein und den Verbraucher dick machen. Darüber hinaus wird diskutiert, ob Milch andere Säugetiere überhaupt auf dem Speiseplan des Menschen stehen sollte, da ohnehin viele Menschen aufgrund von Laktose-Unverträglichkeiten, keine Milch vertragen und Verdauungsprobleme bekommen. Mittlerweile 15 Prozent der erwachsenen Menschen leiden in Deutschland an einer Laktoseintoleranz und dürfen weder Milch noch Milchprodukte zu sich nehmen.
Neueste Studien warnen indes vor dem Konsum von Kuhmilch aufgrund von möglichen veränderten Gen-Aktivitäten. Wissenschaftler weisen dabei auf in der Milch enthaltener, potenziell erbgutverändernder, MicroRNA hin. Hierbei soll es sich um winzige Moleküle handeln, die unserem Erbgut sehr ähnlich sind und somit unsere Gen-Aktivität im Körper beeinflussen können. So entstehen vermehrt Akne-Krankheiten, Arterien-Verkalkung, Übergewicht und Allergien. Viele Forscher raten zudem von Milch für Kinder und Jugendliche ab, da diese einen Einfluss auf die Wachstumshormone haben könnte. Jedoch existiert noch keine groß angelegte Studie, die diese Auswirkungen auf den menschlichen Körper belegt und keine Studie kann definitiv beweisen, dass Milch sich grundsätzlich schädlich auf Jugendliche und Erwachsene auswirkt. Eine Ausnahme bestätigt jedoch die Regel: Ein hoher Milchkonsum kann das Risiko minimal erhöhen, an Prostata-Krebs zu erkranken.
Zwar gibt es auch Studien die Indizienbeweise für die Schädlichkeit von Milch anführen können, diese sind aber noch nicht ausgereift genug, um endgültige Ergebnisse liefern zu können. Wissenschaftler aus Schweden konnten beweisen, dass laktoseintolerante Menschen, die Milch konsequent meiden müssen, seltener an Krebsarten wie Lungenkrebs oder Brust- und Eierstock-Krebs erkrankten als ihre Familienmitglieder, die Milch weiterhin konsumiert haben.
Butter auf Papier, geschnitten, dekoriert - © CC0 -Pixabay - rodeopix

Milchverbrauch reduzieren

Jedoch liefern keine der bisherigen Forschungsergebnisse eine Grundlage für die Verteufelung vom Milchkonsum, denn bisher überwiegen die Ergebnisse, nach denen ein gemäßigter Milch- und Käsekonsum unproblematisch ist. Milch ist also nicht das Wundernahrungsmittel aus den 1990er Jahren, dass die Kinder aufgrund der enthaltenen Spurenelemente und Calcium-Mengen gesund und stark werden lässt, aber auch nicht als potenziell krankmachend abzulehnen. 
Deswegen können auch Babys und Kleinkinder weiterhin Milch maßvoll genießen. Dabei sollten Babys von einem bis zu drei Jahren eine Menge von 350 bis 400 Millilitern am Tag nicht überschreiten. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass Babys und Kleinkinder keine Rohmilch trinken dürfen. Mit zunehmendem Alter nimmt auch der Bedarf an Nährstoffen zu und die Milchmenge kann erhöht werden. Babys und Kleinkinder sollten nicht nur mit Milchalternativen ernährt werden, da wichtige Nährstoffe für das Wachstum oft in diesen Produkten fehlen.
Schüssel mit Sojabohnen, daneben eine Kanne mit Sojamilch - © CC0 - Pixabay - bigfatcat

Milch-Alternativen

Von Mandeldrinks bis zu Kokosmilch

Verbraucher, die weniger Milch konsumieren wollen oder sogar ganz auf Milch verzichten möchten, finden in den Supermärkten zahlreiche Alternativen zur Milch. Neben Milchdrinks aus Sojabohnen, Haferflocken oder Reis gibt es auch Kokosmilch oder Haselnuss- beziehungsweise Mandelmilch. Diese Alternativen gibt es gesüsst oder ungesüsst oder sogar mit Calcium versetzt. Zudem sollen die Milchalternativen gut für die Gesundheit sein und die Verdauung positiv beeinflussen. Detailierte Informationen zu alternativen tierischen Milchen findest du hier und alles Wichtige zu Kokosmilch & Co., also pflanzlichen Alternativen findest du hier.
Letztes Update: 28.01.2019 13:08