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Kondensmilch - Milch in Dosen und Tuben

Was ist Kondensmilch und wofür wird sie auch heute noch verwendet.

Milchmädchen Kondensmilch in einer Schüssel - © CC0 - Pixabay - TheUjulal

Woraus besteht Kondensmilch? 
Kondensmilch, aka Dosenmilch, aka evaporierte Milch, besteht genau wie ihre weniger gehaltvolle Schwester ausschließlich aus Milch. Nur wird bei der Kondensmilch der Wassergehalt um ungefähr 60% verringert. Wie normale Milch wird sie auf ca. 100 Grad erhitzt, um Keime abzutöten, danach dann mithilfe von Unterdruck und einer Temperatur von ungefähr 60 Grad eingedickt. Durch diesen Prozess kommt die Kondensmilch zu ihrem hohen Fettgehalt von vier bis zehn Prozent. Nach dem Homogenisierungsvorgang wird die Milch abgefüllt und nochmals sterilisiert, wodurch sie extrem lange haltbar ist. 

Wieso Kondensmilch?

Warum wurde Kondensmilch entwickelt?

Mitte des 19. Jahrhunderts war es unter den technischen Voraussetzungen der damaligen Zeit schwierig, Milch lange zu lagern. Die Lösung für dieses Problem war die Kondensmilch, die damals allerdings stark gezuckert wurde. Bis zu 45 % Zucker wurde der Milch zugesetzt, damit sie länger haltbar wurde. Erst rund 30 Jahre später war die Lebensmittelindustrie auf dem Stand der Technik, der es ermöglichte, die Milch auch ohne den Zucker haltbarer zu machen. Sowohl die süße als auch die ungezuckerte Variante sind feste Bestandteile deutscher Kaffeestunden, aber ist die Kondensmilch eine deutsche Erfindung? 

Wie entstand die Kondensmilch?

Wer hat die Kondensmilch erfunden?

Milch einzukochen und reduzieren zu lassen war auf der Welt schon verbreitet bevor die Industrie den Nutzen darin sah. So gab es beispielsweise in Indien das sogenannte „Khoa“, eine eingekochte Milch, die hauptsächlich für Süßspeisen verwendet wird. Die Abfüllung in Dosen erfand allerdings ein Franzose, der dadurch den Siegeszug der Kondensmilch anführte. Der Konditor Nicolas Appert konservierte im Jahr 1827 als Erster Milch in Dosen und von da an nahm die Geschichte ihren Lauf. 
Durch die immense Reichhaltigkeit (in einer 400-Gramm-Dose stecken über 5000 Kalorien, wurde gezuckerte Kondensmilch auch während des Krieges an der Front sehr beliebt. Die heimkehrenden Soldaten wollten auch in Friedenszeiten nicht auf ihre liebgewonnene Zuckermilch verzichten und so stieg die Nachfrage stetig weiter an. 1911 erkannte auch Nestlé das Potential und baute in Australien die weltgrößte Kondensmilchfabrik.

Der Absatz stieg, die Dosenmilch gehörte in jeden Haushalt. Heute ist die reichhaltige Milch nicht mehr ganz so stark nachgefragt, vor allem nicht in der 10% Fettgehalt Variante. Verkaufsschlager ist die Büchsenmilch mit 7,5% Fettgehalt. Natürlich ist auch das noch ein sehr hoher Fettanteil in der Milch, wenn man bedenkt, dass die handelsübliche Kuhmilch mit 1,5 und 3% Fett angeboten wird. Bedenken muss man aber, dass man von Kondensmilch ja immer nur kleine Mengen zu sich nimmt, wodurch die Fettbelastung sich dann in gut vertretbaren Grenzen hält. 

Ungezuckerte Kondensmilch

Stellenweise wird diese Variante für Saucen, Dressings und Desserts verwendet, das "Haupteinsatzgebiet" ist aber ganz klar die Kaffeetasse. In den 1950er Jahren nutzten sogar 95 % der Käufer die Dosenmilch ausschließlich für ihren Kaffee. Heute, in kalorienbewussteren Zeiten, in denen auch die Milch fettreduziert sein muss, wird die Kondensmilch auch oft als Sahneersatz benutzt. 

Wie verwendet man Kondensmilch?

Hier muss man zwischen den beiden Arten der Milch unterscheiden, da Geschmack und Konsistenz verschieden sind, werden gezuckerte und ungezuckerte Kondensmilch auch verschieden eingesetzt. 

Gezuckerte Kondensmilch

Die süße Schwester der Kondensmilch ist sehr dickflüssig. Sogar als Brotaufstrich kann man sie einsetzen, vor allem wenn man die Variante in der Tube wählt. Als Garnitur für Torten, Muffins und Cookies eignet sie sich auch hervorragend. 
Flaggen verschiedener Länder - © milch.info

Wie nutzt die Welt Kondensmilch?

• Brasilien: Gängiger Zusatz und fester Bestandteil vieler Süßspeisen. 
• Spanien: Der beliebte Café bombón besteht aus starkem Kaffee und einem guten Schluck gezuckerter Kondensmilch. 
• Vietnam: Der traditionelle Cà phê sữa (schlicht Kaffee) wird immer mit Kondensmilch serviert. 
• Schottland: Die nationaltypische Süßigkeit Tablet (ähnlich wie Fudge) wird aus Kondensmilch, Zucker und Butter hergestellt. 
• Russland: Die Russen haben ein ganz spezielles Rezept. Man nehme eine Dose Kondensmilch, erhitze sie für drei bis vier Stunden bei geringer Hitze im Wasserbad. Der karamellisierte Zucker in der Milch verwandelt das Produkt in Karamellcreme. Diese Süßigkeit ist so beliebt, dass es sie auch bereits fertig in Dosen zu kaufen gibt. eine Weiterverarbeitung in Torten und anderen Gebäckstücken ist auch üblich. 
• Chile: Hier nimmt man gekochte gezuckerte Kondensmilch unter den Bezeichnungen: "Manjar blanco" oder "Dulce de leche" als süßen Brotaufstrich. 
• Indonesien: Eine Art Pancake mit Schokolade und Erdnüssen wird hier mit Kondensmilch verfeinert. 
• USA: Keine Key Lime Pie ohne die süße Dose.
Letztes Update: 11.02.2019 09:01