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Alles über Milchpulver und Molkenpulver

Leichtere und längere Lagerung durch Entzug von Wasser.

Milch - © Pixabay - CC0

Milchpulver ist ein Produkt, das dadurch entsteht, dass der Milch Wasser entzogen wird. Für viele Menschen stellt sich jedoch die Frage, welche Vorteile mit diesem Prozess und dem Resultat dessen verbunden sind. Der Sinn und Zweck lässt sich zunächst auf die ökonomische Komponente beschränken: Milch- und Molkenpulver lassen sich platzsparend lagern und sind länger haltbar als frische Milch. Zudem müssen die Produkte nicht gekühlt gelagert werden. Doch sind auch viele weitere interessante Aspekte im Zusammenhang mit Milch- und Molkenpulver zu erwähnen. Ist Milchpulver nun extrem praktisch oder doch vitaminlos? Diese Fragen und Aspekte sollen im Folgenden näher beleuchtet werden. 

Die Herstellung von Milchpulver

Beim Milchpulver ist zunächst zwischen zwei verschiedenen Arten zu unterscheiden, nämlich dem Vollmilchpulver und dem Magermilchpulver. Generell werden zwei verschiedene Verfahren angewendet, um der Milch das Wasser zu entziehen. Das sind zum einen die Sprühtrocknung und zum anderen die Walzentrocknung. Zunächst muss die Milch jedoch gereinigt und pasteurisiert werden. Außerdem muss für die Herstellung von Magermilchpulver der Fettanteil der Milch reduziert werden. Des Weiteren wird die Milch erhitzt, wobei dieser Vorgang bei der Herstellung von Vollmilchpulver länger und stärker ausfällt. Hier liegt der Fettgehalt der Milch bei 3, 5 %. Wenn für die Trocknung das Verfahren der Sprühtrocknung angewendet wird, so wird die Milch in einen Raum mit heißer Luft gesprüht und pulverisiert dadurch. Im Gegensatz dazu wird bei der Walzentrocknung zunächst Milchkonzentrat, mit einer Trockensubstanz von 30 – 35 %, hergestellt. Dieses wird dann auf heiße Trocknungswalzen aufgetragen und verliert innerhalb von kurzer Zeit den Großteil des übrigen Wassers. Die festen Rückstände werden sodann von den Walzen abgelöst, zerkleinert, gekühlt und gelagert. Im Vergleich zur Sprühtrocknung ist die Walzentrocknung das günstigere Verfahren.

Die Herstellung von Molkepulver

Die Herstellung des Molkenpulvers verhält sich recht ähnlich. Auch hier werden für die Trocknung die beiden erwähnten Verfahren angewendet. Molke ist ein Abfallprodukt der Milch, welches bei der Käseherstellung anfällt. Hier ist zwischen Süßmolkenpulver und Sauermolkenpulver zu unterscheiden.

Die Verwendung von Milchpulver

Milchpulver findet in vielfältigen Bereichen Verwendung. Dazu zählen u. a. industrielle Zwecke. So kann das Pulver für die Herstellung von Milchprodukten wie Käse oder Joghurt verwendet werden. Auch bei der Herstellung von Süß- und Backwaren findet Milchpulver Anwendung. So kann es beispielsweise für das Andicken von Pudding verwendet werden. Häufig wird es auch für die Herstellung kalorienarmer Lebensmittel für Diäten oder auch für Babynahrung verwendet. Natürlich kann aus Milchpulver auch wieder Milch hergestellt werden, indem zu dem Pulver ganz einfach Wasser hinzugefügt wird. Des Weiteren findet das Pulver auch in der Wissenschaft, hier besonders in der Biochemie, Anwendung.

Die Verwendung von Molkepulver

Auch Molkenpulver findet in der Lebensmittelindustrie Verwendung. So wird es besonders gerne im Sportbereich zum Zwecke des Muskelaufbaus und Muskelregeneration genutzt. Hierzu lässt sich das Pulver besonders gut als Shake zubereiten und konsumieren. Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von Molkenpulver ist die Schweinemast, wo es als Futtermittel dient.

Unterschiede zwischen Milch- und Molkenpulver

Insbesondere bei den Nährwerten von Milch- und Molkenpulver gibt es Unterschiede. So enthalten 100 g Milchpulver etwa 49, 4 g Kohlenhydrate. Im Gegensatz dazu sind in 100 g Molkenpulver ca. 68, 2 g Kohlenhydrate enthalten. Auch bei den Proteinen gibt es größere Abweichungen. So enthalten 100 g Milchpulver etwa 35, 3 g Proteine, beim Molkenpulver sind es lediglich 11, 6 g. Der Fettgehalt ist mit 2, 9 g je 100 g Molkenpulver etwas höher als beim Milchpulver. Hier ist es nur 1 g je 100 g Pulver. Mit einem Milchzuckeranteil von ca. 70 % ist besonders das Molkenpulver ungeeignet für Menschen mit einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit). Dahingehend stellt jedoch auch das Milchpulver keine Alternative dar.

Ist Molkepulver sinnvoll in der Diät?

Besonders geeignet innerhalb von einer Diät ist das Molkenpulver. Oft findet es dabei ergänzende Anwendung in Form von Molke-Drinks. In diesem Zusammenhang ist das im Handel erhältliche Pulver in der Regel mit zusätzlichen Nährstoffen und Vitaminen versehen. Es wird jedoch empfohlen, lediglich eine Mahlzeit durch ein solches Molkegetränk zu ersetzen, da Molke trotz dessen relativ nährstoffarm ist. Da das Molkenpulver jedoch recht kalorienarmt ist, lässt sich dadurch gut eine kalorienreiche Mahlzeit in der Diät ersetzen. Außerdem sind Molke-Drinks gut für die Verdauung und wirken dem Hungergefühl positiv entgegen. Auch für die Fettverbrennung ist Molkenpulver fördernd und deshalb besonders im Kraftsport beliebt. Hier werden häufig Whey-Shakes konsumiert. Die Ursache dafür besteht darin, dass das in der Molke enthaltene Eiweiß vom Körper gut und schnell aufgenommen wird. Dadurch greift der Körper nicht auf körpereigene Muskelreserven zurück.

Kritik an Milchpulver

Häufiger kritisiert wird der hohe Energieaufwand bei der Produktion von Milchpulver. Damit zusammenhängend, auch basierend auf der hohen Hitzeeinwirkung, wird der Vitaminverlust zum Teil während der Herstellung bemängelt. Des Weiteren haben Untersuchungen von Stiftung Warentest zum Teil Schadstoffe in einigen Milchpulverprodukten als Babynahrung festgestellt. Im Großen und Ganzen vielen hier die Bewertungen der Produkte jedoch positiv aus. Kritisch lässt sich besonders beim Molkenpulver, jedoch auch beim Milchpulver, die bereits erwähnte Untauglichkeit für Menschen mit einer Laktoseintoleranz anführen.

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Letztes Update: 24.01.2019 14:49