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Stutenmilch - Die Milch der Pferdestuten

Schon Kleopatra liebte Stutenmilch.

Ein Stute wird gemolken - © stock.adobe.com / driendl / 118811697

Pferde gehören zu den Säugetieren und so produzieren Pferdestuten Milch zur Ernährung ihrer Fohlen. Die Nutzung der Stutenmilch als Nahrungs- und Heilmittel wird in China seit über 3000 Jahren praktiziert. Die ägyptische Königin Kleopatra schwor auf den pflegenden Effekt der Milch und nutzte Stutenmilch als Badezusatz um die Jugend ihrer Haut zu erhalten. In Russland hat Stutenmilch seit langer Zeit einen hohen Stellenwert in der Medizin und fand hier bereits Anwendung, als in Deutschland der Gebrauch von Stutenmilch noch unbedeutend war. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts setzten sich erste Tendenzen zur Nutzung der reichhaltigen Milch durch und das erste Stutenmilchgestüt wurde in Deutschland gegründet. Alles Wissenswertes über Stutenmilch, also die Milch weiblicher Pferde in diesem Artikel.

Stute und Fohlen von der Seite - © CC0 - Pixabay - Candiix

Die besonderen Inhaltsstoffe der Stutenmilch

Umfangreicher Mix wertvoller Inhaltsstoffe.

Stuten müssen in kurzen Abständen gemolken werden, die Milch zeichnet sich daher durch einen sehr geringen Keimgehalt aus. Im Vergleich zu Kuhmilch ist der Fettgehalt niedriger, der Milchzuckeranteil jedoch höher und der Geschmack süßlicher und leicht nussig. 
Die Zusammensetzung der Stutenmilch ist ähnlich der Muttermilch.
Sie besteht zu 90% aus Wasser, die restlichen 10% sind eine Mixtur aus folgenden wertvollen Inhaltsstoffen: Omega-3-Fettsäuren, Linol- und Linorensäure, Eiweiße - wie Albumine,Kasein und Globuline, Immunglobulin A im Molkeeiweiß, Calcium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Eisen, Vitamine A, E, C, B1, B2, B6 und B12, Lecitin, Cholin, Cholesterin, Enzyme und Fermente. Besonders der natürliche Vitamin C Gehalt ist höher im Vergleich zur Kuhmilch. Gering hingegen ist der Natriumgehalt.
Eine Glaskanne und ein Glas mit Milch in der Wiese - © CC0 - Pixabay - Myriams-Fotos

Welche Wirkung hat Stutenmilch auf den Organismus

Positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel.

Ungesättigte Fettsäuren sind für den menschlichen Körper überlebenswichtig, zusätzlich wird der Linolensäure eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen. Die Fette und Fettsäuren der Stutenmilch sind leichter zu verdauen, daher wird die Milch als bekömmlicher im Vergleich zu Kuhmilch empfunden. Das vorhandene Kasein unterstützt die Verarbeitung des hochwertigen Eiweiß. Der hohe Mineralstoffgehalt versorgt den Körper, sodass eine ausgewogene Konzentration im Blut ist und Nerven und Haut optimal versorgt werden können. Stutenmilch hat eine hohe Bioverfügbarkeit, das bedeutet, das die vorhandenen Inhaltsstoffe auch tatsächlich dem Körper zur Verfügung gestellt werden können. Der Milchzucker wirkt sich positiv auf die Darmflora aus, die nach heutigen Erkenntnissen wichtig für das Immunsystem ist.
Zusammenfassend wirkt sich die Milch der Stute positiv auf den Stoffwechsel aus, hat wenig Allergieauslöser und eine allgemeine stärkende Wirkung auf den Körper. Besonders während oder nach einer Krankheit kann Stutenmilch den Körper im Aufbau unterstützen.
Fohlen von der Seite auf einer Wiese - © CC0 - Pixabay - hansbenn

Die Produktion der Stutenmilch

In Deutschland gibt es ca. 40 Gestüte zur Milchproduktion. Die Haltung unterliegt strengen Auflagen. Geeignete Rassen sind Haflinger, Warmblutpferde, Kaltblüter und Rassen, die für die Haltung im Milchgestüt gezüchtet wurden. Nach der Geburt benötigt ein Fohlen zwei Monate lang die Milch der Mutter. In diesem Zeitraum werden die Stuten nicht gemolken. Danach wird ein kleiner Teil der Milch für die Produktion verwendet. Die Stuten werden viermal am Tag gemolken, von jedem Tier fließen täglich zwischen vier und acht Liter Milch in die Produktion.
Im Vergleich zur Kuhmilch ist Stutenmilch nicht in gleicher Verfügbarkeit erhältlich.
Tablettendose geöffnet mit Kapseln - © CC0 - Pixabay - Vacho

Produkte aus Stutenmilch

Das erste Melkprodukt ist die sogenannte Vorzugsmilch. Hier sind alle wertvollen Inhaltsstoffe enthalten, damit diese nicht zerstört werden, wird die Milch abgekühlt und in kleinen Portionen schockgefroren. Des Weiteren wird die Milch zu Pulver und Emulsionen verarbeitet, die als Tabletten und Kapseln im Handel erhältlich sind.
Eine besondere Form ist der Fermentierungsvorgang von vergorener Milch. Diese Produkte sind unter dem Namen "Kumys" zu finden.
Seife in Seifenschüssel - Rote Seife, grüne Seife, rosa Seife - © CC0 - Pixabay - silviarita

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten der Stutenmilch

Stutenmilch zeigt positive Eigenschaften bei der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen, unter anderem auch des Fettstoffwechsels. Die Stärkung der Darmflora wirkt bei Immunschwäche und in der Aufbauzeit nach einer Erkrankung als ein unterstützendes Element, das sich bis zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen ausdehnt. Kräftigend wirkt Stutenmilch nach Operationen und Herzerkrankungen, die gehaltvolle Nahrungsergänzung führt dem Körper benötigte Energie zu. Die entzündungshemmende Wirkung kann Gelenkschmerzen mildern und Arthrosepatienten Linderung verschaffen. Die Anwendung erfolgt als Trinkkur oder über eine Tabletteneinnahme.
Eine Hautpflege wie Kleopatra muss heute niemand mehr betreiben. Doch pflegende Cremes und Badezusätze, unterstützt durch die Einnahme von Stutenmilchkapseln sorgen für eine gesunde Haut. Mit Neurodermitis geplagte Haut wird gepflegt und beruhigt, die Wirkung auf den Darm kann eine Verbesserung des Krankheitsbildes verursachen. Das Jucken einer Schuppenflechte kann gemildert werden und sich das Hautbild bei Akne verfeinern.
Für eine Therapie ist eine Rücksprache mit dem Arzt empfehlenswert.
Letztes Update: 14.02.2019 09:27