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Kinder und Milch - Ist Milch für Kinder wirklich gesund?

Am Anfang ist alles klar - das Baby braucht Muttermilch.

Baby trinkt an der Brust - © stock.adobe.com / Alik Mulikov / #198237410

Und später? Ab wann kann das Kind Kuhmilch trinken? Wie hoch sollte der Fettgehalt sein? Kann zu viel Milch auch schädlich für das Kind sein? Wie es wirklich ist, erfährst du hier.

Eltern gehen mit ihrer Tochter spazieren, Sicht von hinten - © CC0 - Pixabay - TheVirtualDenise

Eltern sind verunsichert

Nicht wenige Eltern sind verunsichert, wie sie es ab dem zweiten Lebensjahr mit der Milch halten sollen. Ein Grund hierfür ist die Meinung von Experten, dass Schulkinder zu wenig und Kleinkinder dagegen zu viel Milch trinken. Grundsätzlich gilt, dass Kinder ohne erhöhtes Allergierisiko ab dem zweiten Lebensjahr im Rahmen einer ausgewogenen Mischkost problemlos Kuhmilch trinken können. Lediglich bei Kindern die stark allergiegefährdet sind, ist die Verwendung von Milchersatz sinnvoll. Hier eignet sich beispielsweise Sojanahrung sehr gut. Das betrifft auch Kinder, die unter Neurodermitis leiden. Es empfiehlt sich, das mit einem Kinderarzt individuell abzuklären. 
Kindertrinkbecher mit hellblauem Einsatz und rosa Haltegriffen - © CC0 - Pixabay - StephanieRae_ca
Oftmals setzen Eltern auf spezielle Kleinkind-Milchnahrungen oder 3er-Folgemilch. Diese Produkte werden mit einer Anreicherung von Eisen oder Jod gegenüber Kuhmilch angepriesen. Jedoch nehmen Kleinkinder diese Nährstoffe überwiegend mi der normalen Familienernährung auf. Auch ist zu Bedenken, dass diese Milchnahrungsprodukte häufig mit Kristallzucker angereichert sowie mit Vanille- oder Fruchtaroma versehen sind. Die Kinder gewöhnen sich schnell an diesen süßen Vanille oder Fruchtgeschmack und möchten dann keine Kuhmilch mehr trinken. 
Mädchen von oben mit Müslischüssel - © CC0 - Pixabay - StockSnap

Wie viel Milch ist gut für Kinder?

Bei der Aufnahme von Milch bei Kleinkindern ist die Menge entscheidend. Denn zu viel Eiweiß kann die Nieren und den Stoffwechsel zu stark belasten. Daher ist für Kinder zwischen einem und drei Jahren eine tägliche Eiweißaufnahme von ca. 2,2 g pro kg Körpergewicht und Tag empfehlenswert. Experten empfehlen pro Tag nicht mehr als 350 bis 400 ml Milch. Allein Kuhmilch hat einen Eiweißgehalt von 3,3 bis 3,4 Gramm pro 100 ml. So kommen etwa 12 g Eiweiß pro Tag zusammen. Ein Beispiel: Hat das Kind ein Gewicht von 10 kg, so braucht es nicht mehr als 22 g Eiweiß pro Tag. Eine zu hohe Eiweißzufuhr im Kleinkindalter kann später zu Übergewicht führen.
Käse mit Löchern in Nahaufnahme - © CC0 - Pixabay - lipefontes0
In Deutschland ist die Zufuhr von Eiweiß bei Kleinkindern bis zu dreimal höher als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Werte. Der Grund hierfür ist der übermäßige Konsum von weiteren eiweißhaltigen Lebensmitteln wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Eiern und anderen Milchprodukten. Da mit zunehmendem Alter auch der Eiweißbedarf höher ist, kann dieser zusätzlich zur Milch mit anderen Milchprodukten wie Käse oder Joghurt abgedeckt werden. 
Milchglas mit Trinkhalm im Vordergrund. Volle Milchflasche im Hintergrund - © CC0 - Pixabay - Imoflow

Welche Milch ist die rchtige Für Kinder?

Doch welche Milch ist die Richtige für das Kind? Eltern haben die Qual der Wahl, denn die Kühlregale der Supermärkte bieten viele Milchsorten an. Ob nun pasteurisierte Milch oder H-Milch, im Tetrapack oder in der Flasche. Bei Vollmilch beträgt der Fettgehalt 3,5 Prozent. Fettarme Milch hat einen Fettgehalt von 1,5 Prozent Fett. Bei Magermilch dagegen liegt dieser bei 0,3 Prozent. Diese ist für Kinder jedoch nicht geeignet. Es gibt auch Milch mit einem natürlichen Fettgehalt von mindestens 3,7 Prozent. Bei einem Kind mit Normalgewicht empfiehlt sich die Gabe von fettarmer Milch mit 1,5 Prozent Fettgehalt. Bei Kindern mit deutlichem Untergewicht sollte fettere Milch verwendet werden.
Kalb trinkt am Euter - © CC0 - Pixabay - Jan-Mallander

Kuhmilch ist nicht optimal für Kinder.

Kuhmilch ist ein wichtiger Nährstofflieferant für Kleinkinder, da diese Calcium enthält. Allerdings sind wichtige Nährstoffe in Kuhmilch in nicht ausreichendem Maße enthalten, um Kleinkinder optimal zu versorgen. So ist der Gehalt an Eisen und Vitamin D für die körperliche und intellektuelle Entwicklung des Kindes zu gering. Gerade Vitamin D hat eine wichtige Funktion für die Entwicklung von gesunden Knochen und Zähnen. Auch ist der Anteil an Jod, den Kleinkinder für ihre geistige Entwicklung benötigen, in Kuhmilch sehr gering. Für eine gesunde Ernährung ist auch die Aufnahme mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren notwendig.
Silhouette eines Mannes, dahinter ein skizziertes Gehirn - © CC0 - Pixabay - geralt
Diese sind jedoch in normaler Kuhvollmilch nur in geringem Maße enthalten. Sie sind für die Entwicklung von Gehirn- und Nervenzellen wichtig und können vom Körper nicht selbst produziert werden. Auch reagieren manche Babys auf Kuhmilch allergisch. So kann Milch mittelfristig Neurodermitis fördern und ganz generell die Anfälligkeit für Allergien steigern. Auch aus diesen Gründen ist es ratsam, Babys zumindest im ersten Lebensjahr gar keine Kuhmilch zu geben. Auch die Gabe von anderen Milchprodukten sollte in dieser Zeit und auch in den Monaten danach eher eingeschränkt sein. Kuhmilch sollte deshalb nicht als Ersatz für Muttermilch herhalten. Es gibt mittlerweile sehr gute Muttermilchersatzprodukte.
Milch wird aus weißer Plastik-Milchflasche geschüttet, schwarzer Hintergrund - © CC0 - Pixabay - tookapic

Optimale Ernährung mittels Kindermilch.

Für eine optimale Ernährung von Kindern empfiehlt es sich, die Eiweißzufuhr zu beschränken. So ist es besser, anstatt normaler Kuhvollmilch eine speziell auf die Bedürfnisse von Kleinkindern angepasste Milch zu verwenden. Diese ist im Handel erhältlich und basiert auf Kuhmilch, der ein Teil des Eiweißgehaltes entzogen wurde. Daneben wird Kindermilch Eisen, Jod, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure in kindgerechter Menge zugesetzt - der Bedarf an diesen lebens- und entwicklungsnotwendigen Nährstoffen wird optimal abgedeckt. 
Milch wird aus weißem Tetrapack in Glas geschüttet - © stock.adobe.com / vladimirfloyd / 102800607

Vitaminverlust bei Milch vermeiden.

Milch wird erhitzt, um sie haltbar zu machen und Keime abzutöten. So wird pasteurisierte Milch für 15 bis 30 Sekunden auf 71 bis 74 °C erhitzt und ist dann fünf bis acht Tage lang haltbar. H-Milch wird für 3 Sekunden auf 135 bis 150 °C ultrahocherhitzt und ist danach keimfrei. Sie hält sich ungekühlt mindestens vier Wochen. Rohmilch und Vorzugsmilch, also unerhitzte Milch, sind für Kleinkinder nicht zu empfehlen. Übrigens, aufgrund der geringen Erhitzungszeit liegt der Vitaminverlust bei H-Milch und pasteurisierter Milch bei rund 10 bis 20 Prozent. Viele Vitamine sind allerdings lichtempfindlich, sodass lichtgeschützte Verpackungen zu bevorzugen sind. Hierfür eigenen sich etwa braune Glasflaschen oder Milch im Tetrapack.
Letztes Update: 09.12.2018 08:21